Zwei Heilbronner Arbeiten in der Schulkunstausstellung in Berlin

Franz-Walter Schmidt, Referent für das Schulkunst-Programm des Landes Baden-Württemberg und Ilona Bräuninger, Leiterin des Kolping-Bildungszentrums Heilbronn vor den beiden Papierreliefs

Unter dem Titel „Papier und Pappe –Schulkunst aus Baden-Württemberg“ sind bis zum 18. September ausgewählte Schülerarbeiten in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin zu sehen. Auch zwei Papierreliefs von Schülerinnen des Heilbronner Kolping-Berufskollegs für Grafik-Design sind mit dabei.

Bei der Vernissage am 1. September skizzierte Franz-Walter Schmidt, Referent für das Schulkunst-Programm des Landes Baden-Württemberg, in einem launigen Abriss die Kulturgeschichte des Papiers und würdigte den Pergament-Ersatz als Träger der historischen, literarischen und wirtschaftlichen Vorgänge: „Man braucht Papier gleichermaßen für Kupferstich, Buchdruck, Fotografie und Buchhaltung.“ Mit Papier könne man allerlei anstellen: zerreißen, zerknüllen, falten, rollen oder es wie Picasso oder Matisse zu Collagen verarbeiten.

Im Kulturschaffen der Gegenwart werde Papier und Pappe selbst zum Botschaftsträger, sei nicht mehr nur Träger und Medium von Farbe und Form. „Papier wird zum Kunst-Stoff, also zu einem Stoff, aus dem Kunst gemacht wird“ führte Schmidt aus. „Die Schüler schaffen Skulpturen und werden zu Architekten, sie schöpfen das materielle Potential des Werkstoffes Papier aus.“

Was kann man aus Papier und Pappe nicht alles machen: mannshohe Eiszapfen, zylindrische Perlen für Halsketten, einen zotteligen Überzug für ein WC, überdimensionale Werkzeuge als Wandschmuck. Oder man kann eben auch effektvolle Papierreliefs herstellen. 

Dazu zeichneten die angehenden Grafik-Designerinnen Mona-Lisa Friedrich und Tabea Heib einfache Raster auf Transparentpapier. Beim Überlagern von mehreren dieser Papiere entstehen komplexe Raster, die durch exaktes Schneiden, Falzen und Kleben in dreidimensionale Objekte umgeformt werden. „Das Entwerfen nach verbindlichen Grundregeln nennt sich „Programmiertes Gestalten“ und ist Teil der Ausbildung zum Grafik-Designer“, erläutert Kolping-Dozent Lothar Schöneck.

Auch die übrigen Exponate in Berliner Tiergartenstraße sind alle angefertigt von Schülern und Schülern an baden-württembergischen Schulen. Sie wurden im Rahmen des Schulkunstprogramms des Kultusministeriums initiiert und zusammengetragen.

Stolz können diejenigen sein, die es in die Hauptstadt-Ausstellung geschafft haben. Mehr als 1000 Schulen aus dem Ländle beteiligten sich an dem Wettbewerb, rund 2 500 Arbeiten gingen beim Zentrum für Schulkunst in Stuttgart ein. Davon wurden 280 Skulpturen, Blätter oder Reliefs für die Landesausstellung ausgewählt und die 60 „best of the best“ durften an die Spree reisen.

Die Schulkunst-Landesausstellung „Papier und Pappe“ aus dem Schuljahr 2007/08 stellt 280 ausgewählte Schülerarbeiten aus 201 Schulen des Landes vor. Sie ist vom 10. November bis 12. Dezember 2008 in Stuttgart im Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Str. 19 zu sehen.

 

 

 

Mittwoch, 7.01.2009
Qualitätsgemeinschaft