Leidenschaft: Goethes Weg zur Kreativität

Auf ungewöhnliche Weise nähert sich der Heidelberger Professor für psychotherapeutische Medizin, Rainer Holm-Hadulla, der Frage nach der Triebfeder für Goethes schöpferische Kraft. „Leidenschaft: Goethes Weg zur Kreativität“ heißt sein Vortrag am Dienstag, 9. März 2010, 19.30 Uhr,  zum Auftakt zum fünften Semester des interdisziplinären Studiengangs:
Schon früh musste Goethe lernen, mit schmerzhaften Erfahrungen, Ängsten und Enttäuschungen umzugehen. Es gelingt ihm, seine Sehnsüchte und Entsagungen in schöpferische Kraft zu verwandeln.
Dr. Holm-Hadulla nähert sich dem Dichter, Staatsmann und Naturwissenschaftler mit den Erkenntnissen der modernen Psychologie. Er spürt der Frage nach, was die Triebkraft für Goethes Kreativität war und zeichnet in seinem Vortrag die persönliche und künstlerische Entwicklung des Menschen Goethe nach, der durch die Auseinandersetzung mit den eigenen psychischen Krisen schöpferische Kraft gewinnt und durch seine Leidensfähigkeit Werke von zeitloser Schönheit schafft.
Info: Professor Holm-Hadulla spricht öffentlich im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium des Kolping-Bildungszentrums Heilbronn im Klosterhof / Kilianstraße 11. Der Eintritt ist frei .


Interdisziplinäres Studienangebot „Kultur des Abendlandes“

Studium Generale: Kultur des Abendlandes – so heißt der interdisziplinäre Studiengang, den das Kolping-Bildungszentrum Heilbronn in Zusammenarbeit mit der Opens external link in new windowKatholischen Erwachsenenbildung im Stadt- und Landkreis Heilbronn (keb) durchführt. Ihre Nachbarschaft in der Heilbronner Bahnhofstraße nutzen die beiden Bildungsträger bei  diesem Projekt. Auf akademischem Niveau führen namhafte Referenten durch die Abendländische Kulturgeschichte von der Antike bis zur Neuzeit. Exkursionen und Werkbetrachtungen vertiefen dabei das Verständnis für geschichtliche Zusammenhänge.
In sechs Semestern widmen sich die Teilnehmer den Themenbereichen Geschichte, Religion und Philosophie, Architektur, Malerei und Plastik, Musik, Literatur, Naturwissenschaft und Technik. Pro Studieneinheit sind 15 Termine und eine Exkursion vorgesehen. Studientag ist der Dienstag Nachmittag von 16 bis 19.15 Uhr. 
Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenstermehr Info im Bildungsangebot.
Opens internal link in current windowWie Teilnehmer vom Studium profitieren

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Das neue Semester mit dem Thema "Das frühe 20. Jahrhundert" startet am Dienstag, 16. März 2010, im Heinrich-Fries-Haus, Bahnhofstraße 13.



Kultur des Abendlandes - Termine 5. Semester

2010 finden die Vorlesungen zum Thema "Das frühe 20. Jahrhundert" im Studiengang  Klutur des Abendlandes an folgenden Dienstagen statt:

März

Di. 16.03.10
Di. 23.03.10
Di. 30.03.10

April

Di. 13.04.10
Di. 20.04.10
Di. 27.04.10

Mai

Di. 04.05.10
Di. 11.05.10
Di. 18.05.10

Juni

Di. 08.06.10
Di. 15.06.10
Di. 22.06.10
Di. 29.06.10

Juli
Di. 06.07.10
Di. 13.07.10


 

„Da ist vieles, was uns Wir sagen lässt“

Von links: Referent Professor Josef Nolte, Studienleiterin Ingrid Weiß, Kolping-Bildungszentrum und Gastgeber, Norbert Hackmann, Leiter des Katholischen Bildungswerks in Heilbronn.

Zum Semesterauftakt des Studiengangs „Kultur des Abendlandes“ sprach Josef Nolte über europäische Integration 
Wie entsteht ein europäisches Bewusstsein? Einer, der sich mit dieser Frage schon ein Akademikerleben lang beschäftigt, ist Professor Josef Nolte, Tübingen. Der Geisteswissenschaftler und Autor ist emeritierter Professor für Europäische Kulturgeschichte der Universität Hildesheim und Gründer des Europa Zentrums Baden Württemberg, das heute seinen Sitz in Stuttgart hat. Auf Einladung des Katholischen Bildungswerks und des Kolping-Bildungszentrums Heilbronn referierte er im Heinrich-Fries-Haus darüber, wie aus seiner Sicht eine europäische Identität gegründet sein muss.

Den Titel seines frei gehaltenen, mit vielen persönlich prägenden Erlebnissen bereicherten Vortrags, hat Nolte bei Hölderlin entliehen: „Wes Geistes Kind die Abendländischen sind“ führte in einem strammen Ritt durch die Geschichte und legte den Zuhörern einen spannenden Zugang zum Thema Europa offen. Einen schonungslosen allerdings, denn der Historiker Nolte hält viel davon, Geschichte gegen den Strich zu bürsten. So belegt er: In keinem anderen Teil der Welt wurden seit der Völkerwanderungszeit o viele Kriege geführt wie in Europa. Nirgendwo gibt es ein dem deutschen „feindselig“ vergleichbares Wort: „Europa ist selig, wenn es seine Feinde hat“. Die griechische und römische Antike sieht er als schwere Erbschaft der Europäer. Den Einfluss der Kirchen gegen kriegerische Auseinandersetzungen nennt der Theologe Nolte „homöopathisch“ und selbst in den großen Ordensgemeinschaften der Benediktiner oder Zisterzienser erkennt er totalitäre Systeme.

Seine erste Lektion für seine Zuhörer lautete also: „Wir müssen in uns selber den Wilden sehen".Auch, weil Imperialismus und Kolonialismus das Schicksal Europas bestimmten und im Dritten Reich der Rassismus auf die Spitze getrieben wurde. „Geschichtsbereitschaft“, wie Nolte sie fordert, verlangt,  auch diese dunklen Seiten „in ihrer erschreckenden Befremdlichkeit“ anzusehen. Um zu  einer europäischen Einigung zu gelangen – die er „den politischen Zwilling der Ökumene“ nennt - , genüge es nicht, die Formel Nie wieder Krieg zu beschwören. Die Menschen müssen sich vielmehr mit der Geschichte auseinandersetzen. Durch Vergleichen, beispielsweise von Stilentwicklungen, erschließe sich, dass es „von Rom bis Stockholm“ Parallelen gibt. Solche zu sehen und zu verstehen, berge dann die Erkenntnis: „Europäer sind beides, Strahlende und Schuldige.“

Daraus leitet Nolte die „kulturmoralische Bereitschaft zur Reue“ ab, zum Entschluss zu sagen: „wir sind schuldig und ändern das jetzt.“  „Nationenanbeterei“, wie er mit Nietzsche sagt, hat in Noltes Europa-Vision nichts verloren. Wichtiger ist ihm, „unendliche Schätze von Identifikationspotenzial“ über Ländergrenzen hinaus zu entdecken. „Da ist vieles, was uns Wir sagen lässt“, ist er überzeugt. Und auch davon, dass die Präambel einer europäischen Verfassung nicht das ausdrückliche Bekenntnis zur christlichen Religion braucht. Der Europa-Vorkämpfer Nolte hält für ausreichend, dass sie Schuld anerkennt und Dankbarkeit für gemeinsame kulturelle und zivilisatorische Schätze ausdrückt.

 Info: Am Dienstag, 16. März 2010, beginnt das fünfte Semester des Studiengangs "Kultur des Abendlandes", auch für Neueinsteiger.  Hier geht es zurInitiates file download Anmeldung. Informationen auch unter unter 07131/888640.

Mittwoch, 10. März 2010
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