Bericht vom internationalen Projekttreffen "Be all you can be" in Saint-Dié
26.06. – 29.06.2008
Zum 3. internationalen Projekttreffen unserer Lernpartnerschaft „Be all you can be“ machten wir uns im Juni auf den Weg nach Frankreich, Saint-Dié-des-Vosges. Gastgeber war der Weiterbildungsanbieter „GRETA de Saint-Dié“. Bei der Führung durch die Räumlichkeiten waren wir von der Übersichtlichkeit und der praktischen Einrichtung beeindruckt, die das Lernkonzept widerspiegelt. In den Räumen von GRETA können die Lernenden individuell oder in kleinen Gruppen lernen, das Lernmaterial ist sehr übersichtlich präsentiert und kann je nach Lerntempo in Modulen absolviert werden. Ein Dozent ist anwesend und gibt bei Bedarf Unterstützung. „Ich kann mir vorstellen, dass wir in einzelnen Kursen diese Art des Lernens direkt übernehmen können.“ so Patricia Hagenbach.
Während die Beschäftigten anschließend die inhaltliche Arbeit fortführten, war für die Lernenden ein informatives Programm vorgesehen. Der Empfang durch Abgeordnete der Stadt im Rathaus, ein Museumsbesuch mit Städtequiz und eine Wanderung in die Vogesen verbanden Information, Kultur und Freizeit.
Zudem besichtigten wir, Beschäftigte und Lernende, gemeinsam ein soziales Projekt in der näheren Umgebung von Saint-Dié; eine Textilfabrik in Terre de May, die für die Bedürfnisse von Beschäftigen mit multiplen Problemen konzipiert ist. Die Arbeit in dieser Fabrik ist als Übergangsphase vorgesehen; Ziel ist die (Wieder-) Eingliederung in den Arbeitsmarkt.
Resultat der Projektarbeit während des Treffens und der Vorarbeit in den jeweiligen Ländern ist eine Präsentation mit Hinweisen zur „Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche“, die in die Landessprachen übersetzt und auf den Partnerwebsites zum Download zur Verfügung stehen wird. Beim Informationsaustausch über die Förderpolitik in den Ländern zeigte sich, dass die Partner mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben: zu geringes Feedback der Förderinstitutionen über die Gründe für Bewilligung oder Ablehnung; aber auch die zeitliche Limitierung in vielen Förderprogrammen (z.B. auf ein halbes oder ein Jahr), die ein nachhaltiges Arbeiten erschwert.
Während des Treffens entstand außerdem die neue Idee, Seminare zu entwickeln – genauer gesagt Module zum Training von Ausbildern und Lehrern. Jedes Land wählt nun ein spezielles Thema (z.B. Interkulturelle Kompetenz; Hilfen für die Arbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen) und entwickelt dazu ein Trainingsmodul. Die Module werden dann im November beim Projekttreffen in Italien präsentiert und diskutiert. Sie können anschließend im Sinne des Austauschs von Good Practice von allen Partnern genutzt werden.
Die französischen Partner waren hervorragende Gastgeber, sie haben uns sehr freundlich empfangen. Eine Einladung der ProjektteilnehmerInnen zu einem Grillabend in den Garten einer französischen Mitarbeiterin und das Zusammentreffen mit den Familienmitgliedern waren ein schöner Ausklang dieses Projekttreffens in Frankreich.
Zum Abschluss ein paar Impressionen des fachlichen aber auch persönlichen Austauschs, sei es mithilfe der Sprache oder der Gestik.




