Viele Infos über Heilbronn als "Stadt am Fluss"

- Jean-Chrstiophe Pilz erläutert Gaël Leloup und Malko Morel (von rechts) das Konzept der Bundesgartenschau.
Einen echten Plausch unter Fachleuten gab es im Planungs- und Baurechtsamt der Stadt Heilbronn. Die beiden Austauschstudenten des Kolping-Bildungszentrums, Malko Morel und Gaël Leloup, unterhielten sich mit dem stellvertretenden Amtsleiter Jean-Christophe Pilz über die städtebaulichen Aspekte Heilbronns. Dabei ging es vor allem um dessen Lage am Neckar und die bevorstehende Bundesgartenschau 2019. Morel und Leloup, beide 21, sind Studenten des Institut Universitaire de Technologie (U.I.T.) in der Heilbronner Partnerstadt Béziers in Südfrankreich. Sie studieren dort Medieninformatik und sind vom 9. Februar bis zum 7. März Gäste am Kolping-Bildungszentrum beim Berufskolleg für Grafik-Design. Sie sind somit auf Gegenbesuch, da drei Studierende der Schule für Gestaltung im September letzten Jahres in Béziers waren. Das Thema des deutsch-französischen Projekts lautet „Stadt am Fluss“. Heilbronn und Béziers liegen gleichermaßen an Flüssen und Teile der Städte sind stark damit verbunden. Jean-Christophe Pilz vom Baurechtsamt war der goldrichtige Mann für die Erläuterungen zum Neckar in und um Heilbronn. Er wurde in Paris geboren und war dort bis zu seinem 13. Lebensjahr. Erst dann kam er in die Heimat seiner Eltern zurück und lebte in Ostwestfalen sowie Berlin. In fließendem Französisch erklärte er den beiden Studenten, was die Besonderheiten des Neckars sind. Dieser verlief früher näher an Böckingen als an Heilbronn. Der Deutsche Orden wollte aber um 1600 seine rund 40 innerstädtischen Ölmühlen betreiben und verlegte das Flussbett dorthin, wo heute der alte Neckar ist. Um den Fluss schiffbar zu machen, musste ein Kanal eingeebnet werden. Erst so konnte Heilbronn zum siebtgrößten Binnenhafen Deutschlands aufsteigen. Im Rahmen der bevorstehenden Bundesgartenschau wird jetzt schon geplant, wie man den Neckar in eine interessante Landschaft einbetten kann und Brachflächen möglichst eliminiert. Eine Entwurfsbroschüre für das Ereignis weckte die meiste Aufmerksamkeit bei den französischen Gästen. Schließlich sind sie Medieninformatiker und erstellen schon in diesem Stadium ihrer Studien Computermodelle städtebaulicher Planvorhaben. Der Gedanke, dass der Neckar in Heilbronn in gut einem Jahrzehnt wieder eine größere Rolle spielt und dabei renaturiert wird, gefiel ihnen sichtlich. Lediglich mit dem deutschen Winter, der uns mild erscheint, können sie sich nicht recht anfreunden. „Da haben wir es in Südfrankreich schon deutlich wärmer“, meinte Gaël Leloup.

