Infoabend für Grafik-Design
Infoabend am Dienstag 15. April 2008, Schule für Gestaltung, Villa Nestle, Bahnhofstraße 11, Heilbronn.
Weitere Informationen unter Tel. : (0 71 31) 89 99 70 und unter
www.kolping-schule-gestaltung.
Vorbereitungskurs läuft
Bitte beachten Sie die neuen Termine:
Sa. 19.4. und Sa. 26.4. 2008 in der Villa Nestle
Hier ist alles Kommunikation

- Jürgen Häffner, Fachbereichsleiter Foto- unfd Medientechnik, mit Horst Strümann, Leiter der Schule für Gestaltung (v.r.), mit Gästen vor der Bildschirm-Präsentation der ersten Klasse.

- Steven Zuleger und Vladimir Unkovic besprechen am Bildschirm das Porträt-Foto eines Besuchers.

- Was die nagelneuen Macs können, interessierte das Publikum beim Tag fer offenen Tür brennend.

- Der Film "Die Flasche" spiegelt das Spektrum am Arbeitsgebieten, die für die angehenden Foto- und Medientechniker auf dem Stundenplan stehen.
Schon unterm typografisch gestalteten Willkommens-Banner blieben die Gäste beim Tag der offenen Tür in der Schule für Gestaltung des Kolping-Bildungszentrums stehen. Im ganzen Haus sprachen nicht nur ungezählte Anwendungsbeispiele grafischer Arbeiten die Gäste an, sondern auch Dozenten, Schülerinnen und Schüler, die frisch von der Leber weg vom Schulalltag erzählten und von Projekten, die sie über den Unterricht hinaus mit allem, was dazu gehört – Angebote, Kundengespräche, Präsentationen durchführen.
Der Effekt dieser Kombination von Theorie und Praxis ist ein Blick über das Schulhaus in der Bahnhofsraße hinaus, der angehenden Grafik Desigern aus dem Kolping-Bildungszentrum einen realitätsnahen Einblick in den Beruf erlaubt. „Genau das habe ich mir erhofft“, sagt Sylvia Groning aus Offenau: Dass ihre 14-jährige Tochter Lisa im persönlichen Gespräch mit Schülern erfährt, „was die da den ganzen Tag machen“.
So früh wie Lisa sind viele InteressentInnen zu Gast in der altehrwürdigen Villa Nestle, um sich rechtzeitig vor ihrem voraussichtlichen Realschulabschluss über ihren weiteren Weg klar zu werden. Sabrina Gehrig von der dritten Klasse spricht vom Anreiz, ständig die eigenen Fähigkeiten zu erproben, von Dozenten, „auf die kann man sich voll verlassen“ und von der „familiären Atmosphäre“ im Haus: „Hier hilft jeder jedem“.
Ob an den Daumenkinos, die als Typografieübung entstanden sind, an den Staffeleien, an denen die Schüler ihre Besucher porträtieren, am „Tablett“, an dem Thomas Wellmann zeigt, wie man ohne Maus Dateien bearbeitet oder am Schneidetisch, an dem Pamela Fehr und Fabio Schmidt selbst gestaltete Postkarten und Lesezeichen verschenken – die Besucher gehen mit einem positiven Eindruck von einer lebendigen Schule.
Viele lassen sich in die Rosskampfstrasse führen, wo seit September die künftigen Foto- und Medientechniker arbeiten und munter ihre ersten Arbeiten präsentieren. Im Treppenhaus sind die Mac-Verpackungen zum Turm drapiert, Musik weist den Weg zur gemeinsamen Filmpremiere, die die FMT-Neulinge gemeinsam produziert haben. Amüsiertes Publikum sammelt sich vor dem komfortablen 22-Zoll-Bildschirm, im Fotolabor, das rege genutzt wird und im Studio, in dem Dozent Ebby May die Gäste ablichtet. Foto-Bearbeitungswünsche erfüllen die Schüler. Dass sie sich wohl fühlen, erzählen sie den Eltern und Jugendlichen, die ihre Bilder begutachten, dass sie auch außerhalb des Unterrichts Zugang zu ihren Arbeitsräumen haben, dass ihre Arbeitbedingungen bestens seien. Auch hier festigte sich am Tag der offenen Tür mancher Ausbildungswunsch.
Mit grafischen Mitteln Kleist auf der Spur
Dass sie sich als angehende Grafik Designerin einmal mit Literatur beschäftigen würde, hat Stefanie Graner aus Haßmersheim nicht vorhersehen können, als sie ihre Ausbildung am Heilbronner Kolping-Bildungszentrum begann. Dennoch hat sie sich, wie ihr Schulkollege Florian Richert, auf Heinrich von Kleist eingelassen.
Die Arbeiten der beiden Drittklässler, die im kommenden Jahr ihre Ausbildung an der Schule für Gestaltung abschließen werden, haben ihnen den Otto-Rombach-Preis eingebracht. Die Stadt Heilbronn vergibt diesen Kulturpreis, finanziert aus Geldern der gleichnamigen Stiftung, seit 1986 an Nachwuchskünstler in den Sparten Musik, Literatur und bildende Kunst. Für letztere lautet eine Vorgabe, dass immer der Schriftsteller Heinrich von Kleist im Mittelpunkt der Arbeiten stehen muss.
Alle Kunstbeiträge gehen ins Eigentum des Heilbronner Kleist-Sembdner-Archivs über, das 2008 aus den Arbeiten der letzten zehn Jahre eine Ausstellung zusammenstellen wird. Die 29-jährige Stefanie Graner, die mit ihrem neuen Beruf ihr kreatives Potenzial besser ausschöpfen kann als früher im Floristenmetier, hat Bildnisse von Kleist in Bezug zu den literarischen Genres gesetzt, die er für seine Dichtungen wählte und sie mit „Emotionstiefe in vier Akten“ überschrieben. Handwerklich setzte Graner dies in einer digitalen Collage um, nutzte die Typografie des ausgehenden 18. Jahrhunderts, die Einblendung von Kleists Abschiedsbrief, Abrieb- und Hochdrucktechnik, um grafisch die Verbundenheit des Dichters mit seinem Werk, aber auch das Leiden an seiner Zeit darzustellen.
Der 26-jährige Florian Richert passte in seiner Beschäftigung mit dem Autor sein Käthchen-von-Heilbronn-geprägtes, eher einfältiges Kleist-Bild seinen ganz neuen Gedanken nach der Lektüre des „Findling“ und des zerbrochenen Krugs an: „Kleist steckt voller Überraschungen und hat tolle Geschichten geschrieben“, findet der Grafik-Designer. Seine Aquarellgemälde zur Kleist-Lektüre sind ein ungewöhnliches Stück Rezeptionsgeschichte und skizzieren, wie die Dichtung einen jungen Menschen im 21. Jahrhundert anrührt und erreicht. Die je 750 Euro Preisgeld stecken die beiden Stipendiaten in ihre Ausbildung, ganz im Sinne des Spenders Otto Rombach.
Die Preisverleihung im Heilbronner Schießhaus nahm Kulturbürgermeister Harry Mergel in feierlichem Rahmen vor. Er würdigte auch die Teilnehmer am Wettbewerb Jugend musiziert, die 17-jährige Nachwuchspianistin Dorothea Plehn und den Hornisten Felix Baur, die der Feier musikalischen Glanz verliehen. Die Studentin Lisa Kristina Eichel nahm das Stipendium für die Kategorie Literatur entgegen. Ihr Beitrag: Die Detektivgeschichte „Mord zum Jubiläum“.

