Künstleretiketten auf Weinflaschen stehen im Trend. Auch bei den Fellbacher Weingärtnern. Die neuen Etiketten auf den Drei-Liter-Magnumflaschen mit trockenem Trollinger „Fellbacher Lämmler“ stammen von Studierenden des Berufskollegs für Grafik-Design der Akademie Fellbach des Kolping-Bildungswerks Württemberg e. V.
 

Dreißig von über 100 Entwürfen haben es in die Fellbacher Kelter geschafft, vier davon prangen jetzt auf der Flasche: Der 1. Preisträger Andreas Reich (2. v. li.) hat eine Handzeichnung von Weinglas und -flasche mit Photoshop immer weiter bearbeitet und in mehreren Schichten verändert. Der Zweitplatzierte Gulliver Dieth (2. v. re.)  kam ohne Zeichenstift aus: „Ich habe mir abstrakt einen Weinberg vorgestellt und ohne Vorlage elektronisch gezeichnet.“ Auf reine Handarbeit setzte  Jasmin Singh (ganz rechts). Sie belegte mit zweifarbigen Kompositionen aus Trauben und einem Genießer-Mund den 3. Platz. Daniel Bubeck (ganz links) schließlich komplettierte mit der elektronisch weiterbearbeiteten Handzeichnung eines Rebhangs das Siegerquartett.

Anlass für den Wettbewerb war der „Relaunch des bisherigen Etiketts“, so Franz Plappert, Geschäftsführer der Fellbacher Weingärtner. Um einmal ganz neue Ideen zu bekommen, habe man bei der Kolping-Schule angefragt: „Junge Menschen gehen anders an das Thema Wein heran.“ Und die Akademie Fellbach sei ja bekanntermaßen gut. 

 

„Die Genossenschaft wollte kein fertiges Etikett, sondern eine Bildidee“, freute sich Schulleiterin Sabine Münst über die weit gefasste Anfrage. Da konnten sich alle dran beteiligen. Die Zeit vor den Sommerferien passte. Die Zeugnisnoten waren gemacht, nun konnte jede/r seine Lieblingstechnik ausprobieren. Entstanden ist ein breites Spektrum von der filigranen Handzeichnung bis zu plakativen Farbflächen. Jeder Entwurf sei eine „visuelle Stellungnahme“, erläutert Münst. „Die Schüler merken: Ich kann mit meiner Arbeit kommunizieren.“ Und außerdem habe es allen viel Spaß gemacht.
 

Dagegen war die Auswahl schwierig. Jutta Rechkemmer, bei den Fellbacher Weingärtnern fürs Marketing zuständig, räumt ein: „Es war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus.“ Man habe sich gefragt, was eignet sich fürs Etikett, und die Auswahl immer wieder eingegrenzt.  Künftig kann man fürs Schmuckschild auf der Trolliger-Super-Magnumflasche einen der vier preisgekrönten Entwürfe auswählen. In den Freiraum darunter wird dann eine persönliche Widmung oder ein Glückwunsch gedruckt oder auch ein flotter Spruch. Plappert: „Das ist ein ganz individuelles Geschenk!“

Sonntag, 18.05.2008
Qualitätsgemeinschaft