Zum Beginn der neuen Förderperiode stellt der Beschäftigungs- und Qualifizierungsverbund Biberach (BQVB) in einer Ausstellung seine Arbeit vor. BQVB ist ein regionales Netzwerk mehrerer Beschäftigungs- und Bildungsträger, die Projekte zur Integration benachteiligter Menschen in den Arbeitsmarkt durchführen. Gefördert werden die Projekte vom Europäischen Sozialfonds (ESF). Sieben Plakatwände informieren im Foyer des neuen Biberacher Landratsamts am Wielandpark über die einzelnen Projekte und den ESF. 
 

„Welche Projekte machen Sinn? Wie integrieren wir Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen am besten?“ Das fragte Petra Alger, Sozialdezernentin des Landratsamts Biberach bei der Ausstellungseröffnung am 20. November vor rund 50 Besuchern. Das Netzwerk BQVB ist da flexibel. „Die Angebote werden jährlich dem regionalen Bedarf angepasst“, betonte die Sozialdezernentin. Das sei bundesweit ziemlich einmalig.


In den vergangenen acht Jahren hat der Landkreis Biberach ca. 2,3 Millionen ESF-Fördermittel erhalten. Dazu kommen Kofinanzierungsmittel des Landkreises in gleicher Höhe, so dass für die Projekte insgesamt 4,5 Millionen Euro zur Verfügung standen. Mit Erfolg: in den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der schwer Vermittelbaren mehr als halbiert. Von 3000 Langzeitarbeitslosen, Wohnungslosen, Arbeitslosen mit Migrationshintergrund und sprachlichen Problemen sowie Personen mit Suchtproblemen konnten rund 1600 in Arbeit, Ausbildung oder eine Qualifizierungsmaßnahme vermittelt werden. In der neuen siebenjährigen Förderperiode sind die EU-Fördermittel um ein Drittel gekürzt worden. Das sei eine Herausforderung, sagte Alger, aber die Träger seien ja „kampferprobt“. 
 

Auf arbeitsreiche acht Jahre blickte auch Koordinatorin Karin Beckham von EU point des Kolping-Bildungswerks Württemberg e. V. zurück: „Es gab einen sehr hohen administrativen Aufwand.“ EU point stellt den Gesamtantrag an die L-Bank, ruft die Mittel ab und erledigt die Abrechnung. Außerdem ist das Büro von Karin Beckham für die Abstimmung der Aktivitäten im Netzwerk zuständig: „Wir sind Antreiber, Mahner, Türöffner.“ EU point führt die Kommunikation mit der L-Bank und ist für die Berichterstattung zuständig. „Wir müssen sehr genau belegen, wie die Mittel eingesetzt werden“, gibt Beckham zu bedenken. Und die formgerechte Darstellung erfordere schon eine gründliche Sachkenntnis.
 

Horst Knöpfel, Leiter des Dornahofes Biberach betonte noch einmal den Erfolg der Projekte in der vergangenen Förderphase. Im Vertrauen auf eine positive Entwicklung werde man auch in den kommenden Jahren gemeinsame Förderanträge stellen.
 

Für die vergnügliche Umrahmung der Veranstaltung sorgten Jutta Klawuhn und Alex Niess vom Improvisationstheater Ravensburg. Auf ein Stichwort aus dem Publikum zeigten sie in szenischen Einlagen, welch schwere Arbeit das Ausfüllen eines ESF-Antrags ist oder wie der Bademeister im Wilhelm-Leger-Hallenbad Biberach mittels eines Imbus-Schlüssels Schwimmflügel zusammenschraubt. Den Ausstellungsbesuchern gefiel’s. Und thematisch passte es ja auch. Schließlich sollen die TeilnehmerInnen an den BQVB-Projekten auch wieder mehr Freude am Leben finden.

 

 

Sonntag, 18.05.2008
Qualitätsgemeinschaft