Das KBZ ist Partner für mehr Beschäftigung

Referierten: Hansjörg Böhringer und Sieglinde Bohrke-Petrovic
Qual der Wahl: Welcher Spotshop darf's denn sein?
ALH-Mitarbeiterinnen leiteten die Diskussionsrunden
Referentin Bohrke-Petrovic trifft Heilbronns BA-Vertreter Guido Rebstock
Peter Baust, Birgitt Wölbing (Arkus) und BA-Vertreter Guido Rebstock kamen ins Gespräch
Gut vorbereitet auf die Spotshops: Die ALH-Mitarbeiterinnen
In gespannter Erwartung: Andreas Schulz ist der geistige Vater des Qualitätsforum und freute sich über die interessierten Gäste

Mit dem Qualitätsforum für Beschäftigung hat die Heilbronner Landkreis-Arge (ALH) zusammengebracht, was zusammen gehört: Mitarbeiter der Agentur für Arbeit Heilbronn und des Landkreises Heilbronn und Vertreter der Bildungs- und Qualifizierungsträger, die die ALH dabei unterstützen, Menschen in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

Sie trafen sich unter dem Dach des Kolping-Bildungszentrums in der Bahnhofstraße. Ziel der gemeinsamen Tagung: Integrationsprozesse, die Menschen (wieder) in Arbeit bringen, effektiv gestalten. Damit dies in den Strukturen, die die Reform der Sozialgesetzgebung mit sich brachte, besser gelingt, ist Andreas Schulz, stellvertretender Geschäftsführer der ALH, überzeugt: "Wir müssen miteinander reden“.

Dieses Angebot haben die rund 100 Tagungsgäste, die zum Teil im Alltag miteinander zu tun haben, ohne sich persönlich zu kennen, gerne wahrgenommen. Ausgetauscht haben sie sich über die aktuellen Erfahrungen mit dem Sozialgesetzbuch II, das regelt, wie die Eingliederung funktionieren soll. Eine übergeordnete Einschätzung, wie auch die jüngste SGB II-Reform die Praxis verändert, gab Siglinde Bohrke-Petrovic, Dozentin an der Fachhochschule der Bundesagentur für Arbeit aus Mannheim.

Sie lobte die Heilbronner ALH und die Träger für die Initiative, alle an Eingliederungsprozessen Beteiligten an einen Tisch zu holen: „Man muss im Bundesgebiet lange nach Vergleichbarem suchen“. Wenn das Ziel „Erwerbstätigkeit“ nicht durch einfache und schnelle Fortbildungen erreichbar ist, leisten Fallmanager individuelle Integrationsarbeit, die einen deutlichen Schwerpunkt auf soziale (Wieder)Eingliederung legen muss. Die Fachfrau reklamierte hier eine stringentere Strategieplanung und eine bessere Zusammenarbeit der BA mit Städten und Gemeinden – das, was das Qualitätsforum für den Landkreis Heilbronn vormachte.

Auch Referent Hansjörg Böhringer, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes konnte mit einem breiten Erfahrungsschatz aufwarten: Ein Grundproblem in der Vermittlung in Arbeit machte er darin aus, dass, besonders bei schwierigen Kunden mit „multiplen Hemmnissen“ wie Sucht- oder Familienproblemen, die Integrationsperspektiven langfristig angelegt sein müssen. Dazu braucht man längerfristige Konzepte, für die allerdings zu geringe Finanzmittel zur Verfügung stünden. Die Wiedereingliederung im regionalen Arbeitsmarkt müsse noch weiter gefördert werden. Böhringers Zwischenbilanz zu den jüngsten Reformen: „Das SGBII ist gestaltbar, es gestaltet sich aber nicht von selbst“ traf in Heilbronn auf Tagungsgäste, die zu solcher Gestaltung bereit sind.

“Dass wir uns abstimmen, ist wichtig“, fand Günter Neumann vom Jugendbüro Bad Rappenau, „dann kann man gut weiterarbeiten“. „Es ist toll, dass die Zusammenarbeit zwischen den Trägern und der ARGE auf dieser Ebene läuft“, sagte Guido Rebstock, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Heilbronn, am Rande der Veranstaltung, „für die betroffenen Kunden kommt dabei etwas heraus“. Um diese Kunden, arbeitslose Menschen im Landkreis, ging es auch in den Arbeitsgruppen, die Fachthemen intensiv diskutierten, unter anderem die Frage, wie man arbeitslosen Kunden begegne oder wie man ihnen helfen könne, tragfähige Zukunftspläne zu fassen.

Freitag, 4.07.2008
Qualitätsgemeinschaft