Zeigen, was man kann, Party beim Art Directors Club

Hat bei Kolping den Grundstein für beruflichen Erfolg gelegt: Lex Chilton.

Auch drei Jahre, nachdem Alexander Lloyd Chilton die Schule für Gestaltung verlassen hat, reicht ein Stichwort, damit man sich dort an ihn erinnert: „Der mit der Mütze“.

Nie ist der Heilbronner ohne Kopfbedeckung unterwegs, schon lange begnügt er sich mit der Abkürzung Lex als Vornamen. Am Kolping-Bildungszentrum kennen ihn die Dozenten bis heute als einen, der sich gern in ausgefallene Projekte stürzte, als offenen und positiven Menschen und als einen der Jahrgangsbesten während seiner drei Ausbildungsjahre. Dabei klingt es kein bisschen arrogant, wenn er von sich erzählt. Da sitzt einer, der sich ganz unbefangen über Erfolge freuen kann.

Von der Hauptschule übers Abi hat er sich hochgearbeitet und sich seinen Berufswunsch erfüllt. Nicht in einer Agentur im heimischen Heilbronn, sondern in der Werber-Metropole Frankfurt. Als Praktikant stieg er bei 141worldwide/OgilvyAction ein und ist, inzwischen 28-jährig, Art Director. Creative Director zu werden, ist das nächste Ziel, sagt er gelassen, aber mit leuchtenden Augen.

Gibt es für so eine Berufsbiografie ein Rezept? Das von Lex Chilton klingt simpel, erfordert aber Mut: „Wenn du weißt, was du willst: Tu es“. Wer viel Geld verdienen will, sollte Monteur in der Industrie werden oder als Design-Allrounder in einer kleinen Agentur anfangen, findet er. Für den gebürtigen Heilbronner mit amerikanischen Wurzeln stand der Berufswunsch schon früh fest. Grafik Designer wollte er werden. Und zwar einer, dessen Arbeit möglichst viele Menschen sehen, so wie die Kampagnen namhafter Banken, Pharmakonzerne oder Lebensmittelmarken, die mittlerweile seinen Alltag bestimmen. Eine Liste der 25 größten Agenturen war Lex Chiltons Richtungsweiser bei der Bewerbung.

Wo die zahlungskräftigen Kunden sitzen, können sich Kreative ausleben. Genau das reizt ihn: Ein Okay nach dem ersten Briefing zu bekommen, nicht erst nach fünf Besprechungen, verrückte Ideen umzusetzen, preisverdächtige Kampagnen zu entwerfen, sich in Konzeptionen zu verbeißen, bis jedes Detail stimmt, multimedial zu arbeiten und das, was er an Zusatz-Qualifikationen erlernt hat, anzuwenden. Das würde er Nachwuchskollegen ans Herz legen: Alles mitnehmen, was geht und auch in Nachbardisziplinen wie Drucktechnik spicken, damit das Wissen über das Machbare wächst. Und dann handwerklich sauber eine erstklassige Mappe zusammenstellen. „Bei Ogilvy hat noch nie jemand mein Zeugnis sehen wollen“, sagt Lex, und der Unterschied zum Diplom-Grafiker sind für ihn zwei Semester Studium. „Was zählt, sind gute Ideen – und dass man sie umsetzen kann“. Spricht’s mit smartem Grinsen und legt nach: „dann kann man einen alten Hasen ausstechen“.

Lex erinnert sich, dass er eigentlich schon mit neun Gestalter werden wollte. Damals hat er CD-Covers durch eigene Entwürfe ersetzt, fast 20 Jahre später sagt er immer noch: „Grafik-Design ist meine Leidenschaft“. Und die ganzen Vorurteile? Dass Designer alle einen Spleen haben und dauernd Party machen? Jeder hat sein Markenzeichen, gibt Lex zu, und Party ist immer gut. Wenn’s beim Art Directors Club ist – umso besser. „Da triffst du tolle Leute, knüpfst Kontakte, entdeckst vielleicht Sprungbretter“. Ein Grund, den Arbeitgeber zu wechseln, könnte ein attraktiver Kunde sein oder die Chance, aufzusteigen. Ganz sicher will Lex Chilton nicht Creative Director werden, „weil ich 20 Jahre dabei war, sondern weil ich mich auskenne und bewiesen habe, was ich kann."

Samstag, 17.05.2008
Qualitätsgemeinschaft