Ausflug ins buddhistische Kloster Feldkirch

© Batcave Entertainments feat. Kirsten and Agnieszka

Nachdem wir uns bereits das Bibelmuseum und eine Moschee angesehen hatten, hielten wir es für keine schlechte Idee, uns auch mal ein buddhistisches Kloster anzuschauen. So wurde Christines Vorschlag, das Kloster Feldkirch zu besichtigen auch von vielen begrüßt. Das aber nur so lange, bis klar wurde, dass der Ausflug nicht während der Schulzeit, sondern viel mehr am WOCHENENDE stattfinden sollte. In unserer FREIZEIT! Das dezimierte natürlich die Teilnehmerzahl dramatisch, von 28 Schülern der 13 (+ Klassen 11 und 12, die auch gefragt wurden) auf 6, von denen sich dann am Samstag 3 auf nach Österreich machten.

Kirsten, die Gebräuche und Rituale der „komischen Österreicher“ kennt, wurde zur Fahrerin berufen- damit wir nicht aus versehen in den falschen Wald fahren und von freilaufenden Kannibalen eingekocht werden. (Schließlich stand der Winter vor der Tür!)

An der Grenze ins Ungewisse musste erst mal eine Vignette besorgt werden, also, die Ausflüge mit unserer Frau Walser werden irgendwie immer teurer! Wenn das so weitergeht, besuchen wir bald die Mormonen in Utah!

In Feldkirch angekommen rätselten wir über den Standort des Klosters, was uns durch 2 verschiedene Fahrpläne - von der Homepage und dem Homepagebetreiber selbst- ein lustiges Raten bescherte. Zitat Fahrpläne: Fahrplan 1: „In 200 m links abbiegen!“ Fahrplan 2: „In 100m SCHARF links abbiegen!“ (In ungefähr 500m bogen wir dann tatsächlich links ab...) Auf beiden Fahrplänen galt es jedoch, an einem bestimmten Krankenhaus (Maria Ebene) vorbeizufahren. Okay. Wir fragten einen Einheimischen nach dem Weg, der nuschelte nicht nur furchtbar, er schaute auch ganz genau in unser Auto. Er fragte, WEN wir denn abliefern wollten, handelte es sich doch um eine SUCHTKLINIK. Die Karte führte uns dann noch zu einem Holzstadel und da waren wir!

Kurze Zeit später trafen wir auch auf Frau Walser und einen der Mönche, der uns für diesen Tag leiten sollte. Das war lustig: Ein Mönchlein aus der Schweiz, das uns in Österreich über tibetanische Mönche belehrte! Im Tempel durften wir uns dann niederlassen und Photos schießen. Dann erklärte uns das recht nervöse Mönchlein, dass der, der normalerweise diese Führungen macht (=großer Obermuftiboss) außer Haus sei (Termin in Tibet) und er selbst das hier zum ersten Mal mache. Also versuchten wir, seine Nerven nicht allzu sehr zu strapazieren. Während er uns über den Buddhismus, die Vier Edlen Wahrheiten, den Achtfachen Pfad usw. aufklärte, eröffneten sich uns erstaunliche Dinge. Denn vieles, was man so klischeehaft mit dem Buddhismus verbindet, stellte sich bestenfalls als Halbwissen heraus.

Auf weniger Begeisterung stieß jedoch die Sache mit der Reinkarnation. Das nervöse Mönchlein erklärte uns, dass es quasi als Strafe gilt, als Tier wiedergeboren zu werden, da der Mensch die höchste Inkarnationsstufe sei, bevor es so richtig mit Erleuchtung und Nirvana losgehe. Außerdem könnten Tiere kaum im Zyklus der Wiedergeburt aufsteigen, da sie anscheinend weder zu wahrem Glück fähig seien noch dazu, andere Glücklich zu machen. Auf den Einwurf unserer Redakteurin, ob er denn schon mal eine Kuh im Sommer, auf der Blumenwiese, am murmelnden Bächlein gesehen habe, die UNGLÜCKLICH aussah oder geheult hätte antwortete der Mönch mit einem Themawechsel.
 

Hier eine generelle GEGENDARSTELLUNG:

Christine H. aus der 13a kann bestätigen, dass sich ihr Dackel jedes Mal vor Freude bepisst, wenn ihre Eltern aus dem Urlaub zurückkommen. Und wir reden hier nicht von umgangssprachlichen Ausdrücken, sondern von freudebedingter Inkontinenz des Dackels.

So viel zum Thema Wiedergeburt. Da wir nun den Buddhismus als Religionsform für uns ausgeschlossen hatten, fiel im Scherz der Vorschlag, nun eine Synagoge zu besuchen. Doch das wurde ignoriert und totgeschwiegen. Kurze Zeit später bimmelten die Essensglocken und das Mönchlein verabschiedete sich von uns. Die Einladung zum gemeinsamen Tee lehnten wir dankend ab, da Kirsten nach Hause wollte und Tascha keine friedlichen Zeremonien mag. Frau Walser hingegen hatte zwar keine Zeit zum Tee, versprach aber, mal zu der ein oder anderen Meditation vorbeizuschauen. In dem Sinne: OOOOMMMMMM. Und nicht vergessen: Einen Gegenstand zum fixieren für die Meditation mitbringen. Und denken Sie an meine Worte: „Man sollte nie die ganze Welt ausblenden (auch wenn die tibetanischen Mönche das sagen) denn man weiß nie, wann sich ein ebenso tibetanischer Tiger anschleicht.“

Bei der anschließenden Erkundung des Letzehofes kamen wir in den „Fanshop“ der Buddhisten. Dort konnte alles Mögliche, von Kruscht bis hin zu Meditationszubehör oder  Himalayasalz, erworben werden. Die Bezahlung regelte sich vertrauensvoll selbst über einen Spendenschlitz! Nix Kasse. Nix Kassierer! Unsere Reporterin suchte vergeblich nach einer versteckten Kamera... und dann war es klar: Hätte man die Mönche bestohlen, so wäre am EIGENEN Karma ein größerer Schaden entstanden als an der Kasse der Mönche. Diese wiederum bauen durch ihr Vertrauen und Nachsicht positives Karma auf und kommen so der Erleuchtung näher. Nun stellt sich die Frage: Wenn man einen Mönch beklaut, bekommt er dann noch mehr Karmabonusmeilen als wie wenn man ihn brav bezahlt? Wollte man uns also zur Kriminalität verleiten? Betreiben die Mönche Karmamissbrauch????

Wie auch immer, nachdem wir regulär im buddhistischen Fanshop bezahlt hatten (man weiß ja nie- am Ende gibt es nach dem Tod doch nicht den Mann mit dem weißen Bart, sondern den freundlichen Tibetaner- und außerdem kann man die netten Mönche irgendwie nicht übers Ohr hauen, weil die so lieb und gutgläubig sind) machten wir uns schnell auf den Heimweg und harren seit dem den nächsten kostspieligen Religionsausflügen mit Frau Walser. Entweder in eine Synagoge oder doch Utah. Bleibt noch zu sagen: Es war interessant und aufschlussreich, hat sehr viel Spaß gemacht (was auch an meiner Reisebegleitung liegen könnte) und die Leute waren sehr freundlich und geduldig. Danke hierfür!

Wer jetzt auf den Geschmack bezüglich Buddhismus gekommen ist, dem sei Wikipedia ans Herz gelegt. Die deutsche Seite ist hübsch, die englische besser.

 

Den Letzehof kann man auch privat besuchen, Termine könnt ihr hier ausmachen:   
 

Buddhistisches Kloster
Letzehof • 6800 Feldkirch • Austria
Tel. +43-5522-70611

 

    

 

 

Dienstag, 7.10.2008
Qualitätsgemeinschaft