Biologie Ausflug - Labor Bad Waldsee


Das Labor - Mit der Pipette gegen das Verbrechen

By: Batcave Entertainments

Bericht von: Team CSI

Um 8.00 Uhr fanden wir uns wahlweise bei Frau Bentele oder vor der Schule in Bad Waldsee ein. Frau B’s Haus was leicht zu finden: 3 Garagen, 2 Baustellen, in der Mitte die Casa Bentele. Kurz danach trafen wir auch schon im Labor ein und Dr. Walz stellte sich uns als „Personal Coach“ für diesen Tag vor. Zuerst wurden uns die verschiedenen Geräte erklärt, dann folgten die Sicherheits- und Sterilitätsbelehrungen. Nach einer eindringlichen Bitte/ Warnung ja nicht die teuren Pipetten (250€/ Stück) fallen zu lassen oder versehentlich in die Epis zu rotzen (Verschmutzung= verfälschte Ergebnisse) ließ man uns auf die Apparate los.

Bevor aber die Jagd auf den Mörder losgehen konnte, durften wir uns in Teams aufteilen und Probepipetieren (pipetieren ist nun auch Nataschas neues Lieblingswort.

Unter anderen bildete sich das Team CSI, welches hier berichtet.

Das Einstellen der Pipetten stellte sich als schwierig heraus musste man sich doch immer eine Null dazudenken. Na, für die Kohle hätte man aber auch noch ein Rädchen extra anbringen können. Jedenfalls funktionierte es so:

Kleine Pipette:    2:20        wobei gilt 0,2 = Einstellung 020

Mittlere Pipette:  20:200    wobei gilt 20  = Einstellung 020

Große Pipette:    100:1000 wobei gilt 200= Einstellung 020

nun ja, soviel zur Mathematik. Oh, nicht zu vergessen: die weißen Kittelchen, die zum Schutz getragen werden mussten. Nachdem wir uns warmpipetiert hatten, mussten wir uns desinfizieren und Handschuhe anziehen. Nun konnte es endlich losgehen...

Wir bekamen den Fall „Paula“, die nicht so ganz freiwillig entweder mit Bertram oder Thomas Beischlaf hatte. Team = und Team CSI war sofort klar: Wer BERTRAM heißt, kann nur sowas von schuldig sein. Deshalb pipetierten wir seine DNA besonders unsensibel, er sollte leiden. Nebenher war ein DNA-Fingerprint-Verlaufsprotokoll zu führen, hier einige Auszüge (mit dem ganzen Protokoll würde es schon arg langweilig werden):


Teil 1: Restriktionsverdau - Die Materialschlacht

-         Zuerst wurde destilliertes Wasser ins Epi gegeben (1 Pipettenspitze)

-         dann der Puffer (1 Spitze)

-         nun die DNA der Fundorte A und B, der Personen sowie Markerflüssigkeit zur Kontrolle (6 Spitzen)

Es werden deshalb so viele Spitzen benötigt, da sonst die Spuren vermischt würden, und die Ergebnisse nicht mehr eindeutig ausfielen. Im Anschluss wurden die Epis in einem lustigen Vibrationsapparat gerüttelt und in einer Zentrifuge zentrifugiert.  Geschüttelt und nicht gerührt ging es ab zum fröhlichen Inkubieren.

 
Teil 2: Agarosegelelktrophorese (AGEP) 

-         nun rührten wir einen Agarosegelpudding an und setzten den Apparat zur AGEP zusammen- kein Problem für die Konsolenzocker unter uns.

-         wieder kippten wir einen Puffer hinzu

 Teil 3 und 4: Beladen des Gels

 Nein, das hat nichts mit Transport und Logistik zu tun.

-         erstmal war es wichtig ein System zur Erhaltung der Reihenfolge zu wählen, um nicht ausversehen Paula für Beischlaf mit sich selbst einzusperren. Das kann dann so aussehen: Paula-Bertram-Thomas-Fundort A-Fundort B-Marker

-         Dann wurden die DNA-Cocktails in die Geltaschen gespritzt, die sich im Agarosepudding durch Förmchen gebildet hatten.

-         Nach 30 min. bei 100Volt erschienen Banden, die tatsächlich Bertram überführten: sein Restriktionsmuster stimmte mit der Fundortprobe überein. War ja klar!

Unsere Gruppe kam dann auch in den Genuss, die eigene DNA zu extrahieren und dann in einem Epi mit nach Hause zu nehmen oder einen Tatort unserer Wahl zu verunreinigen. Das Ganze lief wie folgt:

Nachdem wir an Station 1 wieder dest. Wasser pipetiert hatten, durften wir an Station 2 unseren Speichel entnehmen (mit einem Bürstchen, das laut Verpackung für ganz andere Sachen verwendet wird, sagen wir mal so: Paula hat damit sicher auch Bekanntschaft gemacht). Jetzt noch Salzlösung und eiskalter Alkohol dazu (Stationen 3 und 4), beides einzugießen wie ein Weizenbier (Bambino war natürlich der Beste Eingießer, aber, wen wundert’s?). Durch Anschnippen entstanden Fäden-> unsere DNA! Wir durften uns ein hübsches Epi aussuchen, um sie entsprechend aufzubewahren (Stationen 4 und 5). Einmal DNA zum mitnehmen bitte, mit viel scharf!

Alles in Allem war es ein sehr interessanter und spaßiger Tag, der Herr Walz ist ein netter Gastgeber und hat es teilweise faustdick hinter den Ohren. Was soll man sagen? Bio macht Spaß!

 

Dienstag, 7.10.2008
Qualitätsgemeinschaft