Adolph Kolping - Biografie und Programm

- "Was der Mensch aus sich macht, das ist er."
Adolph Kolping (1813 – 1865)
Einen Streetworker würde man ihn heute wohl nennen. Aber Adolph Kolping war mehr. Als Sozialreformer und Bildungspionier schuf er zu Beginn der Industriellen Revolution in Deutschland mit seinen berühmten Gesellenvereinen Orte, die zu Anlaufstationen für die wandernden Handwerksgesellen wurden.
Die Häuser der Gesellenvereine waren an vielen Orten Anlaufstation für die wandernden Handwerksgesellen. Mit dem Zerfall des Zunftwesens heimatlos geworden, gerieten die jungen Männer sonst oft in ein schlechtes Milieu. Im Gesellenverein konnte man dem sozialen Abstieg gegensteuern. Adolph Kolping ermunterte die Gesellen sich fortzubilden, um den Meistertitel erwerben und ein eigenes Geschäft gründen zu können.
Kolping glaubte an die Formbarkeit des eigenen Schicksals: „Was der Mensch aus sich macht, das ist er.“ Eine gute Aus- und Weiterbildung war der Schlüssel zum beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg. Aus den bescheidenen Anfängen entstanden weltweit Kolping-Einrichtungen: Kolpingsfamilien, Kolpingwerk, Kolping-Bildungswerke.
Der Priester, Publizist und Sozialreformer Adolph Kolping wurde am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln geboren. Als viertes Kind eines Schäfers wuchs er in sehr bescheidenen Lebensverhältnissen auf. Er besuchte die Volksschule, wurde Schuhmacher und war zehn Jahre lang in diesem Beruf tätig. Mehr und mehr setzte sich bei ihm der Wunsch durch, die insgesamt als sehr unbefriedigend empfundenen Lebensverhältnisse zu ändern. Im Alter von 23 Jahren gab er seinen Beruf auf und machte am Marzellengymnasium in Köln das Abitur nach. 1841 begann er sein theologisches Studium in München und setzte es an der Bonner Universität und im Kölner Priesterseminar fort. Am 13. April 1845 wurde Adolph Kolping zum Priester geweiht.
Als Kaplan in Elberfeld lernte Kolping den 1846 entstandenen katholischen Jünglingsverein kennen. In diesem Verein (später in „Katholischer Gesellenverein“ umbenannt) trafen sich junge Leute nach Feierabend zu geselligen Aktivitäten und auch zur Weiterbildung. Kolping war ja selbst jahrelang Geselle gewesen und kannte deren Probleme. In einem solchen Verein sah er die Lösung.
1849 kehrte er als Domvikar zurück nach Köln und gründete dort sofort den Kölner Gesellenverein. Er schloss 1850 die bis dahin bestehenden Gesellenvereine zum Rheinischen Gesellenbund zusammen. Dieser Zusammenschluss war die Keimzelle des heutigen internationalen Kolpingwerkes. Daneben wirkte Kolping als Publizist und Volksschriftsteller. Er war Redakteur beim "Rheinischen Kirchenblatt" und gab ab 1854 seine eigenen "Rheinischen Volksblätter" heraus. Ab 1863 folgten die "Mittheilungen für die Vorsteher der Katholischen Gesellenvereine".
Bis zu seinem Tod sorgte er für die Ausbreitung der Gesellenvereine und den Aufbau des Verbandes. 1865 gab es weltweit bereits über 400 Gesellenvereine in zahlreichen Ländern Europas und in Übersee. Er selbst nahm bei seiner rastlosen Tätigkeit keine Rücksicht auf die eigene Gesundheit. Noch nicht 52jährig, starb Adolph Kolping am 4. Dezember 1865 in Köln.
Mehr zu Adolph Kolping
http://de.wikipedia.org/wiki/Adolph_Kolping
http://www.kolping.de/php/evewa2.php?d=1272448427&menu=0504&GSAG=afe0aa0978d3888afc1beb2c029eb9ce&GSAG=afe0aa0978d3888afc1beb2c029eb9ce

