„Da merkt man, was man schon alles weiß“
In der Qualitätssicherung nutzt Kathrin Prechtel ihre Kenntnisse aus der Weiterbildung zur Sozialwirtin
Büro im Laptop
Kathrin Prechtel ist heute beruflich ganz woanders, als sie sich das je vorgestellt hatte. Und glücklich: „Mein Büro ist mein Laptop, ich teile meine Zeit frei ein und habe keine Wochenenddienste mehr“. Letzteres ist für viele ein wichtiges Argument, sich für die dreijährige Weiterbildung zum Sozialwirt zu entscheiden.
Herzenswunsch: Krankenpflege
Mit vielen Kurskollegen hat Prechtel auch gemeinsam, dass sie aus der Krankenpflege kommt und der Pflegeberuf ihr Herzenswunsch war: „Ich habe schon im Kindergarten gesagt, dass ich einmal Krankenschwester werde“, lacht die 26-Jährige. Dass sie einmal gar keinen direkten Kontakt mehr zu Patienten haben könnte, war bis vor kurzem undenkbar.
Prozesse managen
Heute könnte man sie Prozessmanagerin nennen. Offiziell heißt ihre aktuelle Berufsbezeichnung Interne Pflegeauditorin. Als Krankenschwester hat sie es in jungen Jahren weit gebracht. Sie war stellvertretende Pflegedienstleiterin im Neckarwestheimer Alexanderstift, als sie sich Ende 2008 zur Weiterbildung entschloss. Mit der Eingliederung des modernen 39-Betten-Hauses in den Verbund Alexanderstift Dienste für Senioren gGmbH hatte man intern auch die Qualitätsstandards neu organisiert. Und Kathrin Prechtel stellte fest, dass ihr die Umstellung auf die computergestützte Dokumentation Spaß machte. Noch während der Weiterbildung, die sie immer an den Wochenenden im Kolping-Bildungszentrum Heilbronn besuchte, begann sie im Gemeindepflegehaus Neckarwestheim die Kollegen in der PC-Doku zu schulen. Und wurde prompt für die neu geschaffene Pflegeauditoren-Stelle vorgeschlagen.
Neu orientiert
Auch dies – der berufliche Aufstieg während der Fortbildung – ist kein Einzelfall. Rechnungswesen, Wirtschafts- und Personalplanung sind die Fächer, in denen sich Prechtel ohnehin mit den ständig präsenten Anforderungen zur Qualitätssicherung beschäftigte. „Schon die Umorientierung vom Krankenhaus zur Altenpflege war ursprünglich nicht mein Wunsch“, überlegt sie, aber die familiäre Pflegeeinrichtung sei ihr schnell ans Herz gewachsen.
Hantieren mit QM-Werkzeugen
Gelernt hatte sie davor in den Kreiskrankenhäusern Am Plattenwald in Bad Friedrichshall und in Möckmühl. Der Wechsel ins 2005 neu erbaute Alexanderstift bedeutete Pionierarbeit: Die Qualitätssicherung wurde zu einer neuen Herausforderung, die die junge Frau heute in einer Art Beratungsfunktion für alle 21 Häuser des Seniorenheim-Verbunds wahrnimmt. Ein Werkzeug sind selbst erstellte Fragekataloge, mit denen sie vierteljährlich jede Einrichtung überprüft. Anhand wechselnder Themenschwerpunkte kontrolliert sie, ob Handlungsanweisungen noch praxistauglich sind und gibt Empfehlungen für Veränderungen. Der Ursprungsberuf ist die beste Grundlage dafür: „Es wird einem klar, was man schon alles weiß“.
Selbstbewusstsein trainieren
Dass man als Außenstehende, die scheinbar Bewährtes infrage stellt, oft aneckt, war Kathrin Prechtel von Anfang an bewusst. „Das schult das Selbstbewusstsein“, hat sie festgestellt. Das Kommunikationstraining mit den Kolping-Dozenten kommt ihr jetzt zugute. Sie freut sich, wenn sie etwa Reklamationen des medizinischen Dienstes zuvorkommt oder wenn Heimleitungen sie als Partnerin schätzen.
Auf eigenen Beinen
Nach drei Jahren harter Arbeit mit ständigen Schulbesuchen an den Wochenenden genießt die Absolventin, wieder mehr Zeit für Familie und Freunde, für ihren Sport und die Musik zu haben. Aber es brodelt schon wieder unter der blonden Mähne: Vielleicht taugt der neu eingeschlagene Weg dazu, sich als Beraterin selbstständig zu machen? Fortbildung nicht ausgeschlossen.
Aufstieg schon während der Weiterbildung
Für die Absolventen ist die Weiterbildung ein großer Schritt - auch in der persönlichen Entwicklung
Ans Herz gewachsen
Drei Jahre Fortbildung zum Sozialwirt sind eine lange Zeit: fordernd und belastend, erst recht, wenn sie sich neben dem Schichtjob im Krankenhaus vor allem an den Wochenenden abspielt. Ralf Menzel möchte seine Zeit im Kolping-Bildungszentrum Heilbronn trotzdem nicht missen. Sein Kurs ist ihm ans Herz gewachsen und er ist überzeugt: „Diese Zeit war ein großer Schritt in der persönlichen Entwicklung.“
Schichtende
Wenn Ralf Menzel von seiner beruflichen Entwicklung erzählt, hat man das Gefühl, er hat ein wichtiges Ziel erreicht „Ich wollte weg vom Pflegealltag und vom Schichtdienst.“ Mit dieser Motivation war er zu den samstäglichen Präsenzterminen in der Bahnhofstraße angetreten. Sein Lieblingsfach stand schnell fest: Volkswirtschaftslehre. „Das ist ganz nah an der Realität“, hat er für sich entdeckt: Investitionen, Anlagen, Finanzmanagement, Diskussionen über die Wirtschaftskrise und über die aktuelle Europapolitik - „das betrifft einen“, findet er. Die Auseinandersetzung mit großen wirtschaftlichen Zusammenhängen helfe, Strukturen und politische Entscheidungen zu hinterfragen und zu verstehen.
BWL-begeistert
Ralf Menzel hat – nicht erst seit seiner Sozialwirte-Fortbildung – aber auch einen Bezug zur Betriebswirtschaft. Ganz konkret kann er heute zuordnen, wie sich alle kaufmännischen Eckdaten eines großen Pflegebetriebs buchhaltungstechnisch niederschlagen. Zahlen und Fakten zu seinem neuen Tätigkeitsfeld als stellvertretender Geschäftsführer beim Gesundheitsdienst Oberes Murrtal e.V. sprudeln geradezu hervor, wenn er ins Erzählen kommt: Der ambulante Pflegedienst mit einem Einzugsgebiet von 140 Quadratkilometern betreut an fünf Dienststandorten rund 700 Patienten, die auch logo-, ergo- und physiotherapeutisch behandelt werden, 78 Mitarbeiter hat der Dienst, davon 40 Pflegekräfte. Mit diesen Größen jongliert der 29-Jährige begeistert.
Die Herkunft nicht vergessen
Der Unterricht im Fach Personalführung, der zur Weiterbildung gehörte, kommt ihm jetzt zugute; Ralf Menzel ist in seinem Element, wenn er erklärt, wie man mit Mitarbeitern so genannte Leistungsentgelt-Gespräche führt. Da ist auch Psychologie im Spiel. Und der Ehrgeiz, nicht aus den Augen zu verlieren, was man aus dem früheren Berufsalltag als Krankenpfleger, später als stellvertretender Stationsleiter und danach als Pflegedienstleiter, mitbringt. Für seine Abschlussarbeit habe er beim Thema „leistungsgerechte Bezahlung“ die ideale Verknüpfung von Theorie und Praxis gefunden.
Zielstrebig
Ralf Menzel guckt auf die Uhr. Er muss zu einem Seminar. Eine letzte Unterrichtseinheit in Heilbronn, die er nicht verpassen will. Erzählt noch, dass er gern Fußball spielt und auch für sein Hobby Bogenschießen wieder Zeit hat. Zielstrebig klingt das. Und so, voller Energie, geht er auch auf seine neuen Aufgaben zu. Lange und konzentriert zu arbeiten macht ihm nichts aus. Jetzt weiß er, dass danach ein freies Wochenende winkt. Das entschädigt für die vielen Abstriche der letzten Jahre. ag
Da musste noch etwas kommen
Nach ihrer Fortbildung zur Sozialwirtin leitet Maria Freihart zusammen mit Birgit Bährle den Pflegestützpunkt Hohenlohekreis in Künzelsau
Im "Herzensberuf" bleiben
Bildungsberater würden die Situation typisch nennen: Wenn die Kinder groß sind und das private Leben eine neue Wendung nimmt, verändert sich für viele Frauen auch noch einmal die Einstellung zur Arbeit. So gesehen ist Maria Freihart ein Paradebeispiel. Krankenschwester zu sein ist für die 48-Jährige aus Cappel ihr „Herzensberuf“, den sie nie ganz aufgegeben hatte. 2005 wollte sie, damals im ambulanten Pflegedienst der Diakonie in Öhringen, entweder mehr arbeiten – oder sich fortbilden: „Etwas musste noch kommen“, sagt sie. Dass es die Leitung des Pflegestützpunkts Hohenlohekreis sein würde, hätte sie sich damals nicht träumen lassen. Da ging es vor allem um die Frage: Was will ich wagen?
Wieder lernen lernen
Sozialwirte kannte Maria Freihart aus ihrem Umfeld. Aber drei Jahre lang neben Familie, Arbeit und Ehrenamt alle zwei Wochenenden im Heilbronner kolping-Bildungszentrum die Schulbank drücken, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und Paragrafen pauken, um Führungsaufgaben übernehmen zu können? Eine befreundete Kollegin und Freiharts Mann Albert meldeten sich schließlich mit an. Und plötzlich gab es viele Tage, an denen die Eltern gemeinsam mit ihren drei Söhnen eine ganz neue Solidarität erfuhren: „Lernen bekam bei uns einen ganz anderen Stellenwert“, erinnert sich die Mutter, Verständnis und Wertschätzung füreinander wuchsen.
Ehemann als Motivator
Mehr als einmal wäre sie freitags nach Dienstschluss lieber nicht mehr in den Zug gestiegen. Dann kam Ehemann Albert als Motivator ins Spiel. „Man setzt sich Etappenziele“, sagt Freihart, „sonst hält man das nicht durch“. Die drei Jahre wurden in vieler Hinsicht zur Bewährungsprobe. Dass der eigene Mann sie bei Klausuren nicht spicken ließ, machte ihr zu schaffen. Gemeinsam lernen – Fehlanzeige. „Aber wir haben viel diskutiert, uns über Unterrichtsthemen ausgetauscht“. Ihr Fazit: „Man verändert sich und man kann erstaunlich viel leisten.“ Dienstpläne gestalten, Urlaubsplanung, Mitarbeiterführung – alles, was nach und nach zu ihren Aufgaben gehörte, hatte sie gerade als Hausarbeit formuliert oder für den Präsenzunterricht vorbereitet.
Erfahrungsschatz
Was Maria Freihart im Pflegestützpunkt, einer Anlaufstelle für alle Fragen rund um Betreuung und Pflege, vor allem zugute kommt, ist ihre Berufserfahrung. Schon früher hat sie bei Hausbesuchen die Umsetzung von Pflegeleistungen begutachtet. Wenn sie jetzt über betreutes Wohnen oder Unterstützung in der ambulanten Pflege informiert, können Ratsuchende sicher sein: Maria Freihart weiß, wovon sie spricht. Eine Chance, die ihr die neue Aufgabe bietet, entdeckt sie gerade. Aus ihrer neutralen Position heraus hat sie einen freien Blick auf die Rollenverteilung in pflegenden Familien und kann helfen, Aufgaben klarer zu verteilen. „Was mache ich, wenn die Nacht zum Tag wird“ ist die Frage, die ihr am häufigsten begegnet. Mit Angehörigen Demenzkranker sucht sie nach praktikablen Lösungen.
"Kein Kind muss an Mathe scheitern"
Anja (8) kann nicht rechnen. Nur mithilfe ihrer Finger bekommt sie ein Ergebnis. Aber das verbietet ihr die Lehrerin. Der Zahlenraum wird größer und die Finger reichen nicht mehr aus. Also verlegt sich das Mädchen aufs Raten oder entwickelt eigene Strategien. Das klappt nicht immer. Nachhilfe und ständiges Üben fruchten nicht. „Ich bin halt doof“, ist Anja überzeugt. Mathe-Hausaufgaben sind eine Tortur – für Kind und Eltern.
Aber neuerdings beginnt Anja sich mit dem Rechenraum bis Zehn anzufreunden. Der Weg ins mathematische Denkgebäude führt über die Wasserglasmethode®. „ Kein Kind muss an Mathe scheitern“, sagt die Rechentherapeutin Silvia Egenberger. In ihrer Rechentherapie - Praxis Leuchtturm in Buchen-Götzingen hilft die Sozialwirtin Kindern wie Anja, sich im Zahlenraum zurechtzufinden und neues Selbstvertrauen zu fassen.
„Kinder mit Rechenschwäche haben keine Mengenvorstellungen“, erläutert Egenberger das Problem. Auch wenn die Jungen und Mädchen beispielsweise richtig „rechnen“ 3 + 5 = 8, so schreiben sie auf: 8 + 3 = 5. Zahlendreher (52 statt 25) oder der Zehnerübergang (15 + 4 = 45) sind häufige Fehlerquellen. Logische Schlussfolgerungen fallen dem Kind nicht auf.
Im „Leuchtturm“ rechnet man nicht mit den Fingern. Die Zahlen von 1 bis 10 werden durch die Füllhöhe von farbigem Wasser in zehn Gläsern dargestellt - ohne Markierung oder Einteilung. Im randvollen Glas sind zehn Schlucke drin. Das ist die Zahl 10. Das Kind schätzt zunächst durch die Füllhöhe die restlichen Zahlen von 1 bis 9 ab und entdeckt später die 1 als mathematischen „Zauberschluck“. Da alle Schlucke gleich groß sind, kann das Kind nun alle anderen Zahlen exakt herstellen. „Das Schütten mit farbigem Wasser führt zu einem intuitiven Mengenverständnis“, erläutert Silvia Egenberger.
Und Spaß macht das Schütten auch! Obwohl der Anfang schwierig war. Weil Anja ruckartig geschüttet hat, ging anfangs viel daneben. Inzwischen hat die Achtjährige geübt und ist fix im Auffinden der „besten Freunde“ in den beiden Gläsern, die zusammen ein volles Glas, also 10, ergeben: 3 und 7, 4 und 6, oder die „Zwillinge“, die beiden Fünfen. Auch die Kontrolle funktioniert: Wenn die Zahl größer ist als 10, läuft das Glas über. Und die Null – ein leeres Glas!
Der Therapie geht eine kostenlose Rechenbeobachtung voraus, in der auch die frühkindliche Entwicklung und motorische Auffälligkeiten erörtert werden. Silvia Egenberger plädiert für ein Netzwerk zwischen Elternhaus, Kindergarten und Grundschule. Sie ist vom Erfolg ihrer Methode überzeugt: "Nach zehnjähriger Erfahrung, gestützt auf diagnostische Untersuchungen und Retest, kann Diplompsychologin Angelika Schlotmann belegen, dass tatsächlich schwerste Rechenstörungen mit der Wasserglasmethode® behoben werden konnten.“ Allerdings seien auch Einfühlungsvermögen und Empathie die Voraussetzung bei jeder Beratung:„So individuell wie die Kinder ist auch die Therapie.“
Info:Die Wasserglasmethode® nach Diplom- Psychologin Angelika Schlotmann ist geschützt und kann nur in Lizenz angewendet werden.
Kontakt: http://www.rechentherapie-leuchtturm.de
Wir gratulieren!
unseren
Sozialwirt-Absolvent/-innen 2011!
„Die Stiftungsleitung, der Architekt und ich“

- Ansteckend gut gelaunt: Sozialwirtin Silke Raßmann. (Foto: stm)
An der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Praxis ist das Fachwissen von Sozialwirten gefragt
Silke Raßmann sprüht vor Unternehmungslust. Auch wenn sie zur Arbeit geht. Die 39-Jährige hat ihr Abschlusszeugnis als staatlich anerkannte Sozialwirtin vom Kolping-Bildungszentrum in der Tasche und ist mit ihrem aktuellen betriebswirtschaftlichen Fachwissen gefragt. Keine Rede mehr davon, dass sie vor ihrer Weiterbildung befürchtet hatte, ihr Berufsleben sei zuende.
Ein Berufsunfall hatte die gelernte Krankenschwester damals schachmatt gesetzt. Nach der monatelangen Rehabilitation nach einer Beinverletzung war die Rückkehr in den alten Beruf unmöglich, schon gar nicht in Vollzeit. Schließlich war die Obersulmerin auch Mutter von zwei kleinen Kindern. Als Dozentin für Pflegeberufe fasste Silke Raßmann wieder Fuß. „Da hab ich eine Zeitungsannonce gesehen“: Zu ihrer Lebenssituation und Vorbildung passte die Idee, Sozialwirtin zu werden. Drei Jahre nutzte sie die Wochenenden, um sich weiterzubilden. Der praxisbezogene Präsenzunterricht im Heilbronner Kolping-Bildungszentrum kam ihr entgegen.
Strukturelle Zusammenhänge in Kranken- und Pflegeeinrichtungen wurden nach und nach durchschaubar. Und dann kam, lange vor dem Abschluss des betriebswirtschaftlichen Studiums, das Angebot, das Raßmanns restliche Skepsis zerstreute. Sie übernahm die Stelle der Pflegedienstleitung in der Stiftung Lichtenstern in Löwenstein. Ihre Aufgabe: Die Konzeption für ein neues Alten- und Pflegeheim für 64 Bewohner umsetzen.
„Der Stiftungsleiter, der Architekt und ich“, fasst sie zusammen, planten die Ausstattung neuer Räume – funktional, aber auch personell. Ob Pflege, Hauswirtschaft oder Technik: die Entscheidungen, wer künftig welche Aufgaben erfüllt und die Überlegungen, welche räumlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen, beschäftigten die Fachkraft rund um die Uhr. „Das ging weit über die Aufgaben der PDL hinaus“, sagt Raßmann. Wenn es um Absprachen mit Handwerkern, dem Umgang mit Reklamationen oder dem Jonglageakt ging, notwendige Arbeiten mit dem Finanzbudget in Einklang zu bringen, war sie in ihrem Element. „Ohne meinen Sozialwirt wäre das nicht möglich gewesen", stellt sie klar: Wertvoll war das Wissen aus dem Personalwesen über Arbeitszeitmodelle oder die Fähigkeit, Mitarbeitergespräche zu leiten.
Nachholbedarf bei Führungskräften
Organisations- und Kostenzusammenhänge durchschauen, Strukturen verstehen, Entscheidungen treffen. Soziale Einrichtungen sind auf solche Kompetenzen bei ihren Mitarbeitern umso mehr angewiesen, je mehr die Träger gezwungen sind, sparsam zu wirtschaften. Auf 50 bis 70 Prozent beziffert Prof. Dr. Andreas J. Goldschmidt im Fachblatt „Die Gesundheitswirtschaft“ den Weiterbildungsbedarf allein auf der zweiten Managementebene, also bei Abteilungs- und Pflegedienstleitungen, Stabsstellen oder Prozessverantwortlichen. Managementkompetenz müsse sich nicht nur "auf universitärem Niveau bewegen", findet der Fachmann, sondern in Deutschland böten sich "berufsbegleitende, weiterbildende Pflegemanagement- und andere Studiengänge im Anschluss an die Pflegeausbildung und einige Jahre Berufserfahrung an".
Für Leitungsaufgaben qualifizieren sich im Heilbronner Kolping-Bildungszentrum Pflegekräfte, die neben der Fachkompetenz, etwa als Krankenschwester, Verwaltungs- und betriebswirtschaftliches Wissen brauchen. Pflegedienstleiterin im neuen Alten- und Pflegeheim der Stiftung Lichtenstern in Wilsbach zu werden, hätte sich die Obersulmerin Silke Raßmann noch vor zwei Jahren nicht träumen lassen: „Ohne meinen Sozialwirt könnte ich das nicht“, stellt sie klar.
Ihre Kenntnisse über Arbeitszeitmodelle oder darüber, wie Mitarbeiter- und Patientengespräche zu führen sind, braucht sie täglich. Neben solchen Aufgaben bereitet die dreijährige berufsbegleitende Ausbildung im Kolping-Bildungszentrum auch auf moderne betriebswirtschaftliche Zusammenhänge in Buchführung, Kostenrechnung oder Controlling vor. Recht steht auf dem modularen Stundenplan, Volkswirtschaftslehre, EDV oder Marketing-Spezialitäten wie Imagebildung und Fundraising. Der Lehrgang kann durch Meister-BaföG gefördert werden.
Mancher Arbeitgeber erstattet aber auch die Kosten. So hat die Evangelische Heimstiftung Haus am Staufenberg in Heilbronn Bernd Mangold-Freyer die Weiterbildung ermöglicht. Der Pflegedienstleiter bereut nicht, drei Jahre lang verkürzte Wochenenden und Zusatzarbeit in Kauf genommen zu haben: „Vor allem Personalwesen war für mich ein gewinnbringendes Fach“, sagt er, „da habe ich viel über verschiedene Führungsstile oder Stellenbeschreibungen gelernt, das nützt mir sehr“.
Info: Der nächste Weiterbildungslehrgang zum/r staatlich anerkannten Sozialwirt/-in am Kolping-Bildungszentrum beginnt immer im Herbst. Die Termine für unsere Imnformationsveranstaltungen finden Sie rechtzeitig auf dieser Homepage und in der Lokalpresse. Oder Sie richten Ihre Fragen direkt an Ingrid Weiß: 07131-88864-19







