Dosenschrift und Sneakerfotos

Junge Gestalter - Benjamin Keck und Denis Falkenstein sind ihre eigenen Cefs
Benjamin Keck (r.) und Denis Falkenstein sind ein Kreativ-Team. Foto: privat

Der Diplom-Designer  Opens external link in new windowBenjamin Keck und baut Schriften und Plakate. Die Bilder von Fotograf Opens external link in new windowDenis Falkenstein  erzählen von Tropenhäusern, Reisen oder Mode-Trends. Wie die beiden Heilbronner in ihrer Bürogemeinschaft Broterwerb und Spaß an ihrer Arbeit verbinden und kreativ improvisieren, erzählten und zeigten sie im Kolping-Bildungszentrum.

Spielerisch
Eigentlich hat Benjamin Keck ein Faible für Sneaker. Aber auch für Schriften. Und für Gedankenspiele. Wenn das alles zusammenkommt, können sich Schnürsenkel auf einmal zu einem fließenden ABC winden. Aber auch mit 36 Dosen, in sechs Kartons liegend, lässt sich das Alphabet auf den Punkt bringen. Die Neugier, wie das Ganze gedruckt aussieht, ist auf Plakaten der Größe A1 zu sehen: Kunst. Produkte. Schrift. Weltanschauung.

Freiräume
Wenn so eine Idee entsteht, ist der Fotograf Denis Falkenstein derjenige, der sie von Anfang an auf Bilder bannt. Die beiden  Gestalter sind zeitweise ein Team, um sich ihren kreativen Freiraum konsequent zu erhalten. Jetzt haben sie in der Veranstaltungsreihe „Junge Gestalter“ der Schule für Gestaltung (SfG) im Kolping-Bildungszentrum ihre Heilbronner Bürogemeinschaft vorgestellt.

Grüne Kulisse
So ein Vortrag ist keiner, bei dem die Zuhörer ins Leere blicken. Keck und Falkenstein leben in ihrer Bildsprache. Das Auge ist ständig beschäftigt. Während sie von ihrer Arbeit sprechen, zeigen sie gedruckte Beispiele von Sneaker-Katalogen und Typografieplakaten. Und im jüngsten Making-of-Film für ein Modelabel posieren gutgelaunte, professionelle Models mit coolen Sonnenbrillen in einem botanischen Garten. Angehende Grafik-Designer und Foto- und Medientechnische Assistenten aus den Berufskollegs der SfG lernen dabei: „Was ihr gern tut, verschafft euch den besten Zugang zu eurer Arbeit“.

Schuh-Nerds
Falkensteins Beispiel: „Ich mag Hip Hop, Graffiti, Skateboards und Sneaker“. Die urbane Szene, die ihnen vertraut ist, nutzen er und sein Kompagnon, um an Aufträge zu kommen. „Zielgruppenaffin“ seien sie wohl, überlegt Keck, der auch diplomierter Kommunikations- und Marketingwirt ist - eine gute Voraussetzung, um zu erspüren, wie Werbung ins Schwarze trifft.

Organisiert
Aber: „Es läuft nicht immer alles easy“, sagen beide. Auftragsarbeiten nach engen, meist knappen Terminvorgaben zu erledigen, „ist harte Arbeit“. Der Erfolgsdruck in der Branche sei enorm. Für Fotoshootings müssen die beiden Models finden, einen oder mehrere geeignete Locations suchen, eventuell Genehmigungen beschaffen, technische Assistenten engagieren. „Das ist viel, viel Organisation“, gibt der 23-jährige Falkenstein dem Nachwuchs mit auf den Weg. Und je genauer die Vorstellungen des Kunden sind, desto eingeschränkter sei oft die eigene Kreativität. Deshalb hat er sich mit Keck zu einer Bürogemeinschaft zusammengetan.

Entdeckt
„Wir nehmen uns dort ganz bewusst Zeit zum Spinnen. Wenn wir künstlerisch arbeiten, tanken wir auf“, sagen sie, „das ist unser Überdruckventil“. Da müsse der Kopf frei sein. Nicht selten werden Arbeiten, die sich einfach ergeben, Imageträger. Oder sie werden gar entdeckt: „Manches wird kommerziell, wenn es erst einmal existiert“, ist eine Erfahrung, die die Freunde und Kollegen oft gemacht haben – aber nur, wenn man sich zeigt. Einer ihrer Tipps fürs Berufsleben heißt deshalb: Kommunizieren und Kontakte nutzen.

Info Freitag, 15. Juli, 19 Uhr in der Aula des Kolping-Bildungszentrums, Bahnhofstraße 8: Matthias Wenz, Software-Entwickler aus Karlsruhe, erklärt, wie mobile Apps entstehen und funktionieren.


Freitag, 18. Mai 2012
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