Der direkte Weg: Schüler im Dialog mit den Akteuren

- v.re. Bärbel Jogschies, Manuel Rivera, Gottfried Richter.

- Fremdsprachenschüler entdecken in Brennende Geduld den Dichter Pablo Neruda

- Ins Gespräch gekommen: Die Akteure und ihr Publikum. Fotos: kbw
Nein. Die Schüler kannten "Brennende Geduld" von Antonio Skármeta nicht. Nicht, bevor der Schaulspieler Manuel Rivera in die Fremdsprachenschule kam, um sie auf die Aufführung in den Kammerspielen des Stadttheaters vorzubereiten.
Exklusiv-Aufführung
Eine Woche später: Nein. Sie bereuen nicht, einen Vormittag in einer Sondervorstellung gesessen zu haben. Und danach Auge in Auge mit den Schauspielern Rivera und Gottfried Richter sowie Theaterpädagogin Bärbel Jogschies über das Stück zu sprechen. Beeindruckt haben über 60 Schülerinnen und Schüler die Aufführung verfolgt. Mucksmäuschenstill nachvollzogen, wie sich zwei Themen ineinander flechten: Die Geschichte des jungen Briefträgers Mario, der von dem Dichter und Nobelpreisträger Pablo Neruda, lernt, mit Poesie das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen. Und die politische Geschichte vom Putsch der Faschisten in Chile, gegen den weder Liebe noch Lyrik oder Freundschaft Macht haben.
Nachdenklich
Der Regisseur des Stücks, der Chilene Alejandro Quintana und der in Literatur und Geschichte belesene Spanischlehrer Elbio Caletti saßen mit den Schülern im Publikum und diskutierten mit. Der Akteur Gottfried Richter erinnerte sich daran, wie er als junger, politisch entflammter Mann in der damaligen DDR den Putsch erlebte. Die politische Dimension des Romanstoffs, aber auch die Frage, ob Poesie in unserer Zeit noch Platz hat oder ob die Schüler an die Menschen glauben, fanden zaghafte Antworten. Nein. Keine endgültigen. Aber die Schüler verließen das Theater mit vielen Denkansätzen und neuem Wissen. Das Bildungszentrum wird weiter das theaterpädagogische Angebot am Berliner Platz nutzen.

