Das Kolping-Bildungswerk Württemberg e. V.
Das Kolping-Bildungswerk Württemberg e.V. (KBW) ist mit jährlich rund 10 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in ganz unterschiedlichen Kursen ein bedeutender Anbieter von Qualifizierung und Bildung in Baden-Württemberg. An elf
Standorten – von Franken und Hohenlohe über die Ostalb und den Stuttgarter Ballungsraum bis zum Bodenseevorland – gibt es vielfältige Angebote:
- Schulabschlüsse auf dem ersten und zweiten Bildungsweg,
- staatlich anerkannte Ausbildungen im Bereich Fremdsprachen und Grafik-Design,
- Ausbildungen und Hilfen für benachteiligte Jugendliche,
- Integrationskurse für Migrantinnen und Migranten und
- Studienangebote für Menschen jenseits der Lebensmitte,
- zwei Bachelor-Aufbaustudiengänge in Kooperation mit britischen Partnern
- Aus- und Weiterbildungen für soziale und kaufmännische Berufe
- Fernkurse der Kolping-Akademie.
Viele Angebote werden über
EU-Programme gefördert. Für die Antragstellung, Konzeption und Umsetzung von EU-Projekten unterhält das KBW eine eigene Stabsstelle. Bei EU point projects & more bearbeitet ein dreiköpfiges Team jährlich rund zwei Dutzend Förder-anträge. Die Bildungsprojekte laufen unter verschiedenen EU-Programmen wie Leonardo da Vinci (international), Europäischer Sozialfonds (ESF, regional), LOS (Miniprojekte) und Berufsorientierungsmaßnahmen unter Sozialgesetzbuch (SGB) II § 33. Die Projekte werden für ganz unterschiedliche Zielgruppen umgesetzt.
Von der Abendmittelschule zum zertifizierten Bildungsunternehmen
Die Wiege des heutigen Kolping-Bildungswerks stand im Kolpinghaus in der Stuttgarter Heusteigstraße. 1962 eröffnete die Kolpingsfamilie Stuttgart eine Abendmittelschule (später Abendrealschule), der 1967 das erste Kolping-Kolleg im Kolpinghaus in der Waiblinger Straße 27 folgte. Hier konnten Erwachsene das Abitur nachholen. Am 6. Juli 1969 gründete sich das Bildungswerk der Deutschen Kolpingsfamilie Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart als Bildungswerk im Kolpinghaus. Es wurde am 30. Dezember 1971 ins Vereinsregister des Amtsgerichts Stuttgart eingetragen und später mehrfach umbenannt.
Neben Schulabschlüssen des zweiten Bildungswegs wurden nun verstärkt Maßnahmen für die Bundesanstalt für Arbeit durchgeführt. Die Neufassung des Arbeitsförderungsgesetzes (AfG) von 1969 bot vermehrte Möglichkeit zur Förderung von Arbeitslosen, Lehrstellenbewerbern und Stellenwechslern. Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise 1967/68 wurden nun Aus- und Weiterbildungen bzw. Umschulungen in weit größerem Maßstab gefördert als bis dahin üblich. Durch die Gründung eines rechtsfähigen Vereins, also eines eigenen Kolping-Bildungswerks, konnten Mittel nach dem AfG zur Förderung der Erwachsenenbildung in Anspruch genommen werden. Damit reagierte man auf die Veränderungen in der politischen Landschaft und führte die Tradition und das Anliegen des Namensgebers fort, der Bildung als eine der Grunddimensionen menschlicher Entfaltung begreift.
In den folgenden Jahrzehnten hat sich das KBW kontinuierlich erweitert. Neben dem
Stuttgarter Standort enstanden Berufskollegs und Bildungszentren in
Bad Mergentheim,
Riedlingen,
Rottenburg,
Schwäbisch Gmünd,
Ellwangen,
Fellbach,
Heilbronn,
Ravensburg,
Crailsheim und
Schwäbisch Hall. Den auch architektonisch sichtbaren Schritt zum Unternehmenssitz vollzog das KBW im Herbst 2004, als die Stuttgarter Zentrale das alte Bad Cannstatter Kolpinghaus verließ und das neue Gebäude in der Rosensteinstraße 30 bezog.
Seit 2001 hat das Kolping-Bildungswerk Württemberg e. V. einen Aufsichtsrat und einen hauptberuflichen Vorstand (s.
Organigramm). Das KBW Württemberg ist Mitglied in der
Arbeitsgemeinschaft der Kolping-Bildungsunternehmen Deutschland und in der
Qualitätsgemeinschaft der Kolping-Bildungsunternehmen. Seit 2007 ist das Unternehmen nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.


