Tagestrip über den Rhein
Ein Ausflug führte die Französisch-Klassen des SG nach Straßburg zum Weihnachtsmarkt. Alle haben den Tagesbesuch im Nachbarland genossen. Französischlehrerin Jutta Stern dokumentierte das Erlebte fürs Französisch-Gedächtnis
Elsässische Traditionen
Un samedi matin avant Noël, nous avons rendez-vous à la station d’autobus. Notre destination: les marchés de Noël à Strasbourg. Notre chauffeur s’appelle Jovicz. A 11 heures, nous arrivons à la capitale de l’Europe en Alsace. Notre visite guidée de Strasbourg et de ses marchés de Noël commence à 11 heures et demie. Notre guide Pierre parle très bien allemand. D’abord, il nous raconte l’histoire mouvementée de Strasbourg qui, autrefois, appartenait à l’Allemagne. Après, Pierre nous explique la tradition de Noël en Alsace.
Verbindung zu Heilbronn
Il marche très vite. C’est difficile de le suivre. Il y a beaucoup de monde et beaucoup de stands ( trois cents) à regarder. Pierre nous montre la Place du corbeau (Rabenplatz) et nous traversons l’Ill, le petit fleuve qui traverse Strasbourg. Du pont on peut voir l’église où le jeune pasteur Albert Schweitzer a marié le premier président de la République Fédérale d’Allemagne, Theodor Heuss et Elli Heuss-Knapp, qui étaient aussi très connus a Heilbronn.
Weihnachtszauber
Nous continuons notre chemin et passons par la Place Gutenberg avec la statue de Jean Gutenberg pour enfin arriver à la Petite France, l’ancien quartier des tanneurs (Gerber). Ce quartier est très romantique et pittoresque. Après, nous suivons notre guide à la Place Kléber. Là, nous admirons le sapin de Noël gigantesque décoré de boules bleues et de flocons de neige blancs. C’est très joli à voir. Nous passons par le carré d’or qui est joliment décoré. Enfin, nous arrivons à la cathédrale. Nous entrons et Pierre nous explique le mécanisme de l’horloge astronomique. Puis, il nous quitte et nous souhaite une bonne journée.
Au revoir - wir kommen wieder
Maintenant tout le monde a faim. Nous nous séparons pour aller à la découverte de Strasbourg et ses merveilles. Les filles veulent faire les courses. Il y a beaucoup de magasins intéressants à Strasbourg. A 17 heures nous avons rendez-vous à la statue du général Kléber. Il fait déjà nuit. Nous passons une dernière fois par les petites ruelles (Gassen) de Strasbourg si joliment allumées pour aller à la place de l’Etoile où notre bus nous attend. Nous sommes fatigués mais contents. Nous avons passé une très belle journée. Strasbourg est une ville magnifique pas seulement à Noël. Nous allons y retourner. Jutta Stern
Stolz auf Erwin
Mitten im Winter platzt das Eiscafé Presutti aus allen Nähten. Die "geschlossene Gesellschaft" an diesem Abend, das sind rund 80 Gäste, Schüler des SG, Angehörige und Freunde von
Lela & Ernie. Das Gesangsduo hat es beim Musik-Casting "The Voice of Germany" ins Fernsehen geschafft. Blind Audition heißt der erste Auftritt vor Musikgrößen wie Xavier Naidoo, Boss Hoss, Nena und Rea. Gespannte Stille, als Erwin Köhler aus Lauffen und Daniela Gruber aus Ellhofen sich im Vorspann-Video vorstellen: "Rock'n Roll ist unser Style", sagt Ernie. Im Auftritt erinnert Lela eher an Pink, Ernie mit seinen langen Locken und dem Hut voller Sticker sieht wirklich aus wie ein guter, alter Rocker. Fast unbekümmert wirken die beiden, kraftvoll, der Funke springt über. Großer Jubel, als Nena sich umdreht und sagt: "Ich will Euch".
Die beiden 16-jährigen Nachwuchsstars genießen den Beifall. In der Werbepause stimmt Ernie die Gitarre und der Teilnehmer-Song "Sober" erklingt noch einmal live. Von da an ist das Fernsehen Nebensache. Das Café wird zur Improvisationsbühne, auf der sich nach und nach auch Ernies Mitschüler ausprobieren. Begeistert erklärt Klassenlehrerin Julia Wiesberg den Abend zur Geburtsstunde der SG-Schulband, die sie als AG gründen will - und gibt selbst zusammen mit Hannah Drautz, Sarah Rehn und natürlich Erwin das gewünschte Dear Mr. President von Pink zum Besten.
Erwins Mitschülerinnen hätten "natürlich auch daheim geguckt", sagt Hannah. In der großen Runde macht es mehr Spaß. "Wir sind jetzt Fans", sagt Sophia Schwarz, "das war toll". Vor allem, als Lela auf Nenas Frage "Habt ihr Bock auf mich" ganz cool antwortet "ja, geht schon", hat sie die Lacher auf ihrer Seite. Und Erwin, als er klar stellt, er und seine Partnerin seien "wie Brüder".
In der nächsten Sendung kommen die beiden in die so genannten Battles, eine Art Zweikampf, in dem immer zwei Kandidaten gegeneinander antreten. Wie das ausgeht, wird am Abend der Ausstrahlung nicht verraten. "Das war richtig gut heute", fand Lela. Und Erwin ist froh, dass jetzt keiner mehr fragt "Seid ihr weiter?"
Mit Zisch am Start
Die Klassen 12 a und 12 b werden bis zum Sommer 2012 öfter in der Print- und Online-Ausgabe der Heilbronner Stimme vertreten sein: Sie gehören mit ihren Lehrerinnen Patricia Seidel und Julia Wiesberg zu den Klassen, die in der aktuellen Runde im Projekt Zeitung in der Schule (Zisch) der Heilbronner Stimme mitmachen.
Der Aufforderung, selbst Artikel zu schreiben, die auf dem
Zisch- Internetportal oder in der gedruckten Zeitung erscheinen, sind Johann-Karl Holler und Johannes Knobel schon nachgekommen: sie berichten in der Zeitung vom 9. November über ihre
Erfahrung als Nachhilfelehrer für jüngere Schüler.
"Jedes Fach ist ZiSch-tauglich", haben die Lehrerinnen ihren Schülern erklärt. "Die Themen liegen auf der Straße", lernen sie von Journalisten, die die Klassen im Projekt unterstützen. Wie man die Themen findet und journalistisch aufbereitet, werden sie in den nächsten Monaten lernen.
Auf diesen Seiten berichten wir über das freiwillige Zeitungsprojekt und freuen uns auf die Geschichten aus der Feder unserer Schüler-Autoren!
Kreativer Schulanfang verbindet
Der erste Schultag am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium ist auch für die Einsteigerklassen bereits ein Wiedersehen. Dafür, dass sich die 54 Schüler noch vor Unterrichtsbeginn mit freudigem Hallo begrüßen konnten, sorgte das Kreativ-Wochenende, das wie jedes Jahr dem Schulstart vorausging.
Gute-Laune-Zeit
Die Klassenlehrerinnen Patricia Seidel und Julia Wiesberg unterrichten ihre Schützlinge in Pädagogik und Psychologie, der Heilbronner Grafik-Designer Diethelm Wonner ist erfahren in der künstlerischen Arbeit mit Jugendlichen. Diese Lehrer-Besetzung, wunderbares Wetter und beste Stimmung machten das Einführungswochenende in der Jugendherberge Schwäbisch Hall zum Erfolg.
Kaffee oder Tee?
Kennengelernt haben die bunt zusammengewürfelten Schülerinnen und Schüler aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn und darüber hinaus nicht nur neue Gesichter und viele Namen. Sie erfuhren auch, ob die anderen lieber Kaffee oder Tee mögen, welche Hobbies sie haben, aus welchen Schulen sie kommen, wo sie wohnen – ein Puzzle, das Neugier aufeinander weckte.
"Auf den Flügeln der Phantasie"
Beim Gestalten lebensgroßer Selbstporträts, die jetzt die Cafeteria der Schule schmücken, kamen sich die Gymnasiasten schon näher. Eine Fantasiereise, die den ersten Tag beschloss, brachte bei Kerzenschein vorher noch Wildfremde Rücken an Rücken zusammen und das Ergebnis der Feedbackrunde nach dem ersten gemeinsamen Tag ist ein Anagramm, das Eindrücke wie Teamgeist, Gemeinschaftsgefühl oder Freude zusammenfasst.
Teamgeist
Sogar Sonntagmorgens um halb acht waren die Jugendlichen bereit, sich aufeinander einzulassen - wo sie doch ebenso gut ihr letztes Ferienwochenende hätten verbummeln können. Stattdessen mühten sie sich, mit einem Seil in Gruppen zusammengebunden wie Sardinen, ehrgeizige Bewegungsaufgaben zu erfüllen, ver- und entknoteten ihre Dutzende Hände oder formten blind geometrische Figuren mit einem Seil. Klar, dass die Auswertung dieser Übung zur Teambildung an einem sozialwissenschaftlichen Gymnasium besonderen Stellenwert einnahm.
Action Painting
Sich selber finden kam nicht zu kurz bei den Kreativaufgaben, die Diethelm Wonner begleitete. Einige Schüler übten sich mit Hingabe zum ersten Mal im Leben im Action Painting: Einige lebten ihre Phantasie aus, andere gingen malend in sich oder schufen witzige Farbkompositionen. So verband das Kunstschaffen – am großen Tisch oder unter freiem Himmel, beim Mischen von Farben oder beim Betrachten der Werke.
Klasse Team
Nicht einmal Lagerfeuerromantik fehlte, als Schüler Erwin Köhler die Gitarre auspackte. Und das „was ich Dir noch sagen wollte…", das in der Abschiedsrunde jeder einem Partner mitgab, will manch eine zur Erinnerung aufbewahren. Der Grundstein für die eine oder andere Freundschaft ist gelegt.
Theater-Event zum Schuljahres-Schluss
Hektik
Den Schuljahres-Endspurt kennzeichnen Jahr für Jahr dieselben Symptome: Hektik nicht länger verbergen, letzte Formalitäten klären, das Kommende planen, Zeugnis-Konvente bestehen oder abwarten – und dann noch die Abschlussfeier. Am SG im Klosterhof war bis zuletzt nicht klar, wie diese ausfallen würde. Umso schöner feierten die Schulangehörigen.
Preise
Es war ja nicht nur das übliche Preise- und Lobe-Verteilen. Das allein schon gestaltet Schulleiter Norbert Wacker ansprechend und persönlich. Heuer konnte er in den Eingangsklassen aus dem Vollen schöpfen: Allein 20 von 54 Schüler/-innen erhielten ein Lob. Preise durften Pierre Eyerle, Anja Fetzer, Johann Holler und Johannes Knobel aus der 1a mitnehmen. Aus der 1b waren es Franziska Fischer, Jacqueline Peterka und Lena Quick.
Theater und Schriftgrafik
Drei andere Elfer machten als mutige Repräsentanten der Theater-AG auf sich aufmerksam: Elena Brunner, Sarah Herbold und Sarah Perner standen in einer Literatur-Revue aus den Zwanziger Jahren auf der improvisierten Bühne und erteilten ihrem Publikum eine kurzweilige Lehrstunde über die Kulturgrößen dieser Aufbruchzeit. Ausgestattet hatte das Bühnenbild die Kunst-AG, die der Heilbronner Grafiker Diethelm Wonner leitet. Passend zum Thema hatte er mit den Schülern mit Kalligrafie und Schriftgrafik experimentiert.
Von Brecht bis Pink
Zusammenfassend klärte Deutschlehrer Holger Bäuerle, der auch die Theatertruppe betreut, über die Besonderheiten der Goldenen Zwanziger auf – über die Weimarer Republik, in der Expressionisten und Dadaisten, Kubisten und Surrealisten in Deutschland daheim waren. Konzentriert haben sich die Vorträge der Schülerinnen auf die Lyrik; Erich Kästner kam zu Wort, Christian Morgenstern und Bertold Brecht. Letzterer gleich auch in gesungener Form, denn Pädagogik- und Psychologie-Lehrerin Julia Wiesberg gab den Mackie Messer aus der Dreigroschenoper zum Besten. So gut, dass Zugaben, auf der Gitarre begleitet von Bäuerle, folgen mussten. Da ging es weit über die Zwanziger hinaus – bis zum Pink-Song „Dear Mister President“.
Patenschaft
Im Kontrast dazu stand der Film, den Ellen Dietrich vom Verein Hilfe für Nepal e.V. dem SG geschickt hatte: Er berichtet über die Patenschaft, die das Sozialwissenschaftliche Gymnasium vor einem Jahr übernahm.
Kunst, Kultur und Krach in den Grachten
Eine Woche lang bereiste die Jahrgangsstufe 2 des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums Amsterdam. Zurückgebracht haben die Schüler/-innen zwar nicht die sprichwörtlichen Tulpen aus Amsterdam, wohl aber viele Eindrücke von Kunst, Kultur und Geschichte der niederländischen Metropole.
Die beste Bildung, behauptet Goethe, findet ein gescheiter Mensch auf Reisen. Schickt man demnach zwei Klassen gescheiter Schülerinnen und Schüler auf Reisen, ergibt sich ein Zuwachs an Bildung und Wissen quasi zwangsläufig - was dem Sinn einer Studienfahrt ja durchaus entspricht.
Einladend
Amsterdam lädt dazu allerdings auch in besonderem Maße ein. Denn kulturell bietet die holländische Hauptstadt vieles – und viel Unterschiedliches. Ist doch der Geist des „goldenen Zeitalters“, der Reichtum und der Glanz der liberalen Handelsmetropole mit ihrem venezianischen Flair bis heute spürbar.
Merkwürdig
Nach der gemeinsamen, obligatorischen Grachtenrundfahrt am ersten Morgen standen den Schülern und Schülerinnen an jedem Tag mehrere Programmpunkte zur freien Auswahl: Besucht wurden – je nach Interessen - unter anderem das auch architektonisch spannende Van-Gogh-Museum, das Rijks-Museum mit seiner großen Rembrandt-Sammlung und der berühmten, nach dem Säureattentat wieder restaurierten „Nachtwache“, das Anne-Frank-Huis, aber auch so abwegige Merkwürdigkeiten wie das Amsterdamer Taschenmuseum.
Innenansichten
Einer der vielen Höhepunkte der Studienfahrt war der Tagesausflug nach Den Haag, verbunden mit dem Besuch des Museums „Corpus“ in Lejden. Dieses Museum nimmt den Besucher mit auf die Reise durch das Innere des Menschen. Die Besucher bewegen sich durch einen überlebensgroßen menschlichen Körper, erleben ganz unmittelbar, zum Teil dreidimensional animiert, Atmung oder Verdauung, bewegen sich als Blutkörperchen vom Herzen aus durch den Körper und sind dabei, wenn das Gehirn Sinnesreize verarbeitet.
Chillout und Krach
Dass den Schülerinnen und Schülern neben all den kulturellen Aktivitäten genügend Zeit zur freien Verfügung blieb, gehört sich für eine gelungene Studienfahrt. Es wurde mächtig geshoppt, aber die Schüler verbrachten auch einen sehr schönen halben Tag am Strand des Seebades Scheveningen - vom abendlichen Krach in den Grachten rund um den Rembrandtsplejn ganz zu schweigen.
Studien- und Berufebasar
Was kommt nach der Schule? Im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium stellen schon die Elfer diese Frage. Aus ihren Antworten wurde eine kleine Hausmesse.
Messe statt Unterricht
Die Qual der Berufswahl beschäftigt Schülerinnen und Schüler des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums schon lange vor dem Abitur. Schon beim Eintritt in die Oberstufe machen sie sich ihre Gedanken. Beim Wunsch, sich zu informieren, was für sie in Frage kommt, unterstützte Pädagogik- und Psychologie-Lehrerin Julia Wiesberg ihre Elfer: Ein Studiums- und Berufsbasar, den sie mit ihrer Klasse vorbereitete, fand Interessenten im ganzen Haus, das für einen Schultag zur Messeplattform für Zukunftsideen wurde.
Maschinenbau bis Pop
Wo kann man was studieren, wie lange dauert das, gibt es Zulassungsbeschränkungen oder was kann ich damit anfangen? Diese Leitfragen beantworteten die Veranstalter für Studienangebote wie Sozialpädagogik oder –management, Psychologie, oder Sportwissenschaften, aber auch für Klassiker wie BWL oder Maschinenbau und moderne Studiengänge wie Kulturmanagement oder Popmusikdesign.
Wünsche wecken
An Info-Tischen, mit Flyern und Broschüren informierten die jeweiligen Experten ihre Mitschüler, was nach dem Abitur alles kommen kann. Manche Wünsche stellte das genauere Hinsehen auf den Prüfstand, andere wurden erst geweckt.
Für viele ist auch ein Auslandsjahr in der Variante „Work & Travel“ eine Option. Oder das Familienleben nach bewährtem Muster, das Mona Walter wählen will: "Für mich ist klar, dass ich nach dem Abitur für ein Jahr als Aupair in den USA arbeiten werde."
Idee: gut
„Unglaublich, was hier los war“, zeigte sich Anja Biller, Verwaltungsleiterin des SG, ebenso beeindruckt wie die Schüler. Elena Fiebig fand den Basar gelungen: „Die Idee war gut und es gab ein breites Spektrum an unterschiedlichen Studiengängen.“
Wiederholung
Die gute Resonanz lässt Julia Wiesberg schon weiter denken: „Die Schüler erhalten in der zwölften Klasse erneut einen Informationstag zur Klärung ihrer beruflichen Wünsche“, weiß sie jetzt schon. „Dann besucht Peter Gauch von der Agentur für Arbeit die Schüler und informiert sie ausführlich über Themen rund ums Studieren.“
Mit Schutzbrille und Pipette dem Täter auf der Spur

- Der Biologie-Kurs des SG übte in der Experimenta. Fotos: kbw
In der Experimenta entwickelte der Biologie-Kurs des SG kriminalistisches Geschick. DNA-Analyse wie bei CSI Miami.
Ernsthaft
Die weißen Kittel müssen ordentlich geschlossen sein. Haargummis sind Pflicht, Kaugummis verboten. Die Regeln im Robert-Mayer-Labor der Experimenta sind streng. Kursleiterin Mareike van Alst macht den 16 Zwölfern des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums klar: Die Arbeit im Labor ist eine ernsthafte Angelegenheit.
Praktisch
2012 zählt Biologie zu der Abiturnote der Gymnasiasten. Auf den Laborkurs „DNA-Techniken“ hat sie Bio-Lehrerin Dr. Christiane Weigner mit ihrer ansteckenden Begeisterung neugierig gemacht. Die Experimenta, nur fünf Gehminuten von der Schule im Klosterhof entfernt, bietet Laborbedingungen, über die die leidenschaftliche Naturwissenschaftlerin ins Schwärmen gerät: „Allein die Mikropipettiersets, mit denen die Schüler hier hantieren, kosten rund 400 Euro pro Satz – das kann sich kein Schullabor in x-facher Ausfertigung leisten“, weiß sie. Die Schüler finden es spannend, einmal praktisch anzuwenden, was sie weitgehend nur theoretisch lernen.
Verdächtig
Ein fingierter Polizeibericht liefert die Tagesaufgabe. Die Ausgangslage: Ein Einbruch, Blutspuren am Tatort, zwei Verdächtige. Theoretisch wissen die Schüler, dass der Abgleich der Erbanlagen in Tatortrückständen und bei Verdächtigen, die DNA-Analyse, den Fall lösen kann. Van Alst wiederholt, wie DNA zusammengesetzt ist. Weigner hakt nach. Zur Erklärung, was beim folgenden Experiment an chemischen Reaktionen passiert, hilft ein Filmchen den Schülern auf die Sprünge. Dann beginnt die Herstellung des so genannten genetischen Fingerabdrucks mit einer Pipettierübung. Zum ersten Mal hält Katharina Bührle das Gerät in Händen, mit dem sie mikroskopisch kleine Mengen von Substanzen mischen kann. „Das ist cool, das mal selber machen zu dürfen“, findet sie.
Konzentriert
Ein Milliliter ist hier die größte Maßeinheit. An den Tischen wird diskutiert, welche Pipette für die Experimentier-Substanzen im Mikrometerbereich taugt. Konzentriert stellen die Schüler in Dreier-Arbeitsgruppen Proben für die Polymerase Kettenreaktion her - das Vervielfältigen von DNA, das in weiteren Arbeitsschritten schließlich die Identifikation der Beteiligten erlaubt. Jetzt sind Handschuhe Pflicht, damit keine DNA der Laboranten in die Proben gelangen kann. Schritt für Schritt führen van Alst und ihre Kollegin Andrea Nijakowski durch die Experimente.
Gelöst
Am Abend haben die Schüler ein Bild davon, wie verantwortungsvoll und akribisch die Arbeit im Labor ist: „Ich habe mir das schon so vorgestellt“, sagt Lukas Richter, „spätestens seit dem Polizistenmord in Heilbronn ist man ja sensibilisiert für das Thema DNA-Analyse.“ Die Detektivarbeit der Schüler war erfolgreich. Sie wissen, wer das Juweliergeschäft überfallen hat.
Nicht nur den Jugendlichen hat der Experimenta-Tag Spaß gemacht. Auch Biologie-Lehrerin Weigner ist beeindruckt von der Sachkenntnis und der Freundlichkeit der Kursleitung: „Ich gehe davon aus, dass ich mit meinen zukünftigen Zwölfern wieder in der Experimenta bei einem Laborkurs bin.“
Ein Beruf, den man lieben muss - Schüler als Redakteure
Seit Herr Rossi das Glück gesucht hat, sind über 30 Jahre vergangen. Jetzt widmen sich die Zwölftklässler des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums (SG) in ihrem Seminarkurs „Lebenskompetenz“ der spannenden Frage: Was ist eigentlich Glück – und wie geht man mit gegenteiligen Lebenserfahrungen um?
Mitmachen bei ZiSch
Antworten, die die 22 Schülerinnen und Schüler finden, geben den Stoff her für die Aktion Zeitung in der Schule, kurz ZiSch. Das Medienunternehmen Heilbronner Stimme startete jetzt eine neue ZiSch-Runde. Mit einem neuen Konzept.
Muntere Truppe
Beim Unterrichtsbesuch traf ZiSch-Redakteurin Milva-Maria Klöppel im SG am Kiliansplatz auf eine muntere Mädchengruppe, die sich mit Lehrerin Regina Anhaus schon Gedanken zu ihrem komplexen Themenfeld gemacht hatte. Bei der Auftaktveranstaltung zum Medienprojekt im Audi-Forum hatte die Pädagogin Unterrichtsmaterialien zum Fach „Lebenskompetenz“ vermisst. „Es gibt aber ganz viel“, berichtet sie begeistert von der Shell-Jugendstudie oder dem Bestseller-Autor Viktor Frankl, der ihre Schüler/-innen mit seinem „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ beschäftigt. Die fehlenden Materialien hat die ZiSch-Organisation mittlerweile bereit gestellt. Und die Ideen der Jugendlichen sprudelten.
Schreiben heißt produzieren
Bei Kaffee und Selbstgebackenem hießen die Jungredakteurinnen die Stimme-Frau ebenso willkommen wie den Fotografen Dennis Mugler – als Absolvent der Schule für Gestaltung kein Fremder im Kolping-Bildungszentrum.Milva-Katharina Klöppel erklärte, wie man Journalist werden kann – „Ein Beruf, den man lieben muss!“ - und erzählte vom Redaktionsalltag in der Heilbronner Stimme in der Print- und in der Online-Produktion. Ratschläge zum Schreiben und zum Gestalten zu Fotos gab es zuhauf während der Themensammlung.
Umfrage oder Interview
Glücks-Guru Eckart von Hirschhausen ist Ideengeber für einen Selbstversuch zum Thema Genuss. Als Service-Geschichte könnten Informationen zur Stressbewältigung aufbereitet werden. Interviews könnten klären, wie sich Wertevorstellungen von Eltern und Kindern heute unterscheiden. Und einen Bericht über den Umgang mit Schicksalsschlägen kann eine Umfrage ergänzen. „Ein super Potenzial“ sieht Redakteurin Klöppel in den Vorschlägen und bot Hilfe bei deren medialer Aufbereitung an.
Eingeladen
Die Einladung, als Zeitungsleser und damit Experten an einer Blattkritik in der morgendlichen Redaktionskonferenz teilzunehmen, nahmen einige Schüler an. Beim Besuch im Stimme-Druckhaus in der Austraße darf der ganze Seminarkurs dabei sein.
Die Elfer im Praktikum - Fürs Ehrenamt dazugelernt
Zwei Wochen lang tauschte Kim Riedl ihren Schulalltag gegen ein richtiges Arbeitsleben. Die 17-jährige Eppingerin lernte die Jugendhilfe im Lebensfeld (JuLe) kennen, ein Hilfe-Angebot der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn. Ganz schulfrei hatte die Elftklässlerin nicht. Die Vormittage verbrachte sie an der Seite der Schulsozialarbeiterin in der örtlichen Realschule.
In Mittagspause war Szenenwechsel: Die JuLe ist ein schlichtes, aber freundlich eingerichtetes Wohnhaus. Hier lernte Kim, wie Schulsozialarbeit und erzieherische Hilfen in ihrer Heimatstadt ineinander greifen. Die Jugendgemeinderätin kannte die Einrichtungen für Heranwachsende vorher nur von außen: „Ich wusste nicht genau, was hier eigentlich gemacht wird“.
Nach ein paar Tagen kann sie erklären, wie das Team Hilfepläne des Jugendamtes Stück für Stück umsetzt. Es gilt, schrittweise Erziehungs- und Verhaltensziele für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 17 Jahren zu erreichen. „Ganz wichtig ist die Tagesstruktur“, sagt Kim. Nach der Schule trudeln hungrige Kinder ein und essen gemeinsam. Erzieher und Pädagogen sitzen wie in einer großen Familie beim Mittagessen Tische abwaschen, Geschirr einräumen – „alle kennen ihre Aufgaben“, weiß Kim. Es folgt ein Entspannungsangebot, dann für alle eine Stunde Hausaufgaben. Der unbeliebteste Teil des Nachmittags.
Manche Kinder verweigern sich, „da wusste ich dann nicht mehr weiter“, sagt Kim. Am Beispiel ihrer Kollegen lernte die Schülerin, wie man mit Schwierigkeiten umgehen kann. Auf Kinder, die mit Aufmerksamkeitsdefiziten kämpfen, hatte Kim ein besonders Auge. Sie überlegt, ADHS zum Schwerpunktthema ihres Praxisberichts zu machen. Schnell hat sie die größte Herausforderung der JuLe-Arbeit entdeckt: „Den richtigen Zugang zu den Kinder zu finden, ist das Schwierigste“.
„Eine ganz andere Wertschätzung“ hat sie dafür gewonnen, was die Mitarbeiter leisten. Dass die Kinder, die in die JuLe vermittelt werden, immer jünger werden, hat Kim erschreckt. Sie wird von ihren neuen Einblicken profitieren. „Die Zusammenarbeit zwischen Jugendgemeinderat und der Kinder- und Jugendförderung kann jetzt besser laufen“, stellt sie sich vor. Und hat schon Ideen für einen gemeinsamen Kindertag oder eine Veranstaltung zum Thema Drogen.
Ohne Geduld geht gar nichts
„Mir hat es Spaß gemacht“, sagt Lukas Richter nach seinem Praktikum im Wohnheim der Jugendhilfe Unterland e.V. Dort werden junge Männer zwischen 18 und 27 Jahren sowie Frauen, die mindestens 18 sind, sozialpädagogisch betreut, damit sie (wieder) selbstständig und eigenverantwortlich leben können. „Für viele ist das die letzte Chance, nicht wieder im Gefängnis zu landen“, erklärt der Gymnasiast.
Er hat begriffen, wie ernst die Probleme der Leute sind, die im Wohnheim lernen, dass Tugenden wie Ordnung, Pünktlichkeit oder Zuverlässigkeit zu den Grundlagen eines Lebens in der Gemeinschaft gehören. Auch der Umgang mit Geld ist ein immer wiederkehrendes Alltagsthema. Nach zwei Praxiswochen ist Lukas klar: Die wichtigste Eigenschaft, die man in der Jugendhilfe mitbringen muss, ist Geduld. Wer schnelle Erfolge will und gleich an die Decke geht, wenn etwas nicht klappt, sollte sein Praktikum lieber woanders machen.
Erstaunt war der junge Mann aus Brackenheim-Hausen, der eng mit Sozialarbeiterin und –pädagogin Emilia Lukas zusammen arbeitete, wie viel Verwaltungsaufwand ihre Aufgabe mit sich bringt. Weit mehr als erwartet. Es werden so genannte Hilfepläne erstellt, die festlegen, welche Ziele jeder Einzelne mit dem Aufenthalt im betreuten Wohnen erreichen will. Das kostet viel Zeit, ebenso wie die Begleitung zu Behörden oder das Ausfüllen von Anträgen.
Auch bei Arbeitseinsätzen war Lukas dabei und lernte, was es heißt, eine Gerichtsauflage zu erledigen. Mit den Männern, alle älter als er selbst, und derzeit einer Frau in dem Heilbronner Doppel-Wohnhaus kam Lukas nach und nach ins Gespräch. „Es war ein ganz normaler Umgang“, sagt er. Ein Stück weit bringe man Straffälligen gegenüber Vorurteile mit. „Manche bestätigen sich“, hat Lukas erfahren. „Schwierig ist es vor allem, wenn jemand nichts an seinen Verhaltensweisen ändern will. Man kann niemanden zu etwas zwingen.“
Genossen hat er das gemeinsame Pizzabacken oder den Ausflug in die Experimenta, bei dem manche Bewohner ihren Ehrgeiz entdeckten und Spaß hatten. Auch eine Zeugenbegleitung, die Personen, die die Abläufe bei Gerichtsverhandlungen nicht kennen, vorbereitet, fand er lehrreich. „Ein Traumjob ist es nicht unbedingt“, sagt Lukas, der an den Wochenenden Essen auf Rädern ausfährt, „aber es war interessant, einmal mit Straffälligen zu tun zu haben. Diese Erfahrung macht man sonst eher nicht. Mal sehen, was die Zukunft noch bringt“.
"Das war wie in einem fremden Land"
Was tun eigentlich behinderte Menschen den ganzen Tag? Als es darum ging, sich in der elften Klasse des SG eine Praktikantenstelle zu suchen, stellte sich für Marie Dieterich diese Frage zum ersten Mal. Die 17-Jährige aus dem Bad Rappenauer Teilort Bonfeld hatte bereits in einer Grundschule und einer Kindertagesstätte hospitiert. Jetzt wollte sie noch ein anderes Arbeitsfeld kennen lernen.
Zwei Wochen hat sie in der Kirchhausener Außenstelle der Beschützenden Werkstätte Heilbronn mitgearbeitet. 86 geistig- und zum Teil auch körperbehinderte Menschen erledigen dort Kommissionierungs-, Logistik-, Verpackungs- und Versandarbeiten für die unterschiedlichsten Wirtschaftsunternehmen. Mittendrin, beim Eintüten von Zeitschriften samt Werbeartikeln, klingt Marie überzeugt: „ich find’s total klasse, ich komme super mit den Leuten klar“.
An ihrem ersten Tag war das anders. Sie hatte das Industriegebäude nur von außen gekannt. „Dass das so riesig ist, wusste ich gar nicht“, sagt Marie. Und beschreibt ihren ersten Eindruck als „eine Art Kulturschock“. „Das war wie in einem fremden Land“, lacht sie.
Lange hielt dieses Gefühl nicht an, denn Maries Mitarbeiter auf Zeit haben keine Berührungsängste, sondern erwiesen sich als extrem kontaktfreudig. Die Kollegen, Gruppenleiter und Zivildienstleistende, halfen der Praktikantin, einen angemessenen Umgang mit dem Personal zu finden. „Es ist gar nicht so einfach, herauszufinden, was ich von wem verlangen kann“, stellte die Jugendliche fest, „oft ist das wie wenn man mit Kindern zusammen ist“.
Faszinierend findet Marie, wie sich Sprachbehinderte in ihrem Arbeitsalltag zurechtfinden. Diesem Aspekt will sie sich als Spezialthema im Fach Pädagogik und Psychologie näher widmen. Ein Lehramtsstudium im Behinderten-Bereich oder sogar die Ausbildung als Gebärden-Sprachlehrerin interessiert sie jetzt. Abgesehen von konkreteren Berufsvorstellungen hat die lebhafte Gymnasiastin aber auch andere wichtige Erkenntnisse gewonnen: „Ich weiß jetzt, was es heißt, selbstständig zu sein – denken und sprechen und allein auf die Toilette gehen zu können. Wenn man abends aus der Werkstatt heimkommt, weiß man, was man hat“.
Texte und Fotos: A. Gast-Prior (KBW)


































































































