Belastungen abbauen und Ressourcen stärken

Gesundheit, Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit hängen eng zusammen. Deswegen hat das Kolping-Bildungswerk in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) am Standort Stuttgart ein Pilotprojekt Betriebliches Gesundheitsmanagement gestartet. Das Unternehmen will gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz vorbeugen und so das Gesundheitspotential seiner Mitarbeiter/-innen stärken.

Am 21. Oktober trafen sich Vertreter der TK Stuttgart mit Personalchef Dr. Alexander Hummler, Schulleiterin Ute Schmucker und der Betriebsratsvorsitzenden Christa Eberle, um die Ergebnisse einer Befragung vorzustellen, die im Sommer 2009 stattgefunden hat. Zehn Lehrkräfte der Stuttgarter Kolping-Schulen wurden befragt, und zwar nicht nach ihrem eigenen Gesundheitszustand, sondern danach, wie sie den Gesundheitszustand, die psychischen Belastungen und die physikalischen Stressoren der Gesamtbelegschaft einschätzen. „So erhalten wir eine Abbildung des Betriebs und keine zehn Einzelmeinungen“, erläutert TK-Kundenberater Michael Böhme die Methode.

Um es kurz zu machen: Das KBW hat weitestgehend gesunde und zufriedene Mitarbeiter/-innen: Die Arbeitsfähigkeit und Gesundheitsprognose wurden jeweils mit über 90 von 100 möglichen Punkten bewertet. „Das ist ein sensationell gutes Ergebnis“, bescheinigte Gesundheitsmanagerin Christine Breitbach. Auch wenn innerhalb der Belegschaft bekannt ist, dass der eine Rückenschmerzen hat oder die andere unter Magenbeschwerden leidet, sind doch 100 (!) Prozent zufrieden mit ihrer Arbeit.

Weiterhin beurteilen die Mitarbeiter/-innen die Arbeitsbedingungen und das Betriebsklima positiv. Sie können ihre Arbeit selbstständig planen und einteilen, fühlen sich für ihre Aufgabe gut ausgebildet, erhalten ausreichende Information, haben klare Zuständigkeiten und können sich auf ihre direkte Führungskraft verlassen. Wiederum 100 Prozent fanden: „In unserem Unternehmen haben wir Vertrauen zueinander.“

Erfreulich: 85 Prozent der Beschäftigten sind Nichtraucher. Risikofaktoren sind allerdings Unter- und Übergewicht (jeder vierte), ungesunde Ernährung (fast jeder zweite) und vor allem Bewegungsabstinenz: Weniger als die Hälfte der Beschäftigten treibt außerhalb der Arbeit Sport!

Hier will das Gesundheitsprojekt zunächst auch ansetzen. Die TK finanziert den Gesundheitscheck und eine erste Aktion. Das könnte ein Zuschuss zur Mitgliedschaft in einem Fitness-Studio sein, die Einrichtung eines Entspannungs- und Gymnastikraums oder die Installation eines Walking-Treffs. Schulleitung und Betriebsrat sondieren derzeit, welche Maßnahmen vor Ort durchführbar sind.

Samstag, 31. Juli 2010
Qualitätsgemeinschaft