Wenn Lebensbrüche die Biografie ins Ungewisse wenden
Es sind einmal nicht Erfolgsgeschichten, die unter dem Titel „Lebensbrüche“ ihr Publikum suchen. Die Katholische Erwachsenenbildung im Stadt- und Landkreis Heilbronn e.V. (KEB) und der K-Punkt, Anlaufstelle für die Öffentlichkeit im Heinrich-Fries-Haus, thematisiert Lebensbrüche als Einschnitte in Biografien, die Lebens- oder Karrierepläne und persönliche Welten verändern. Noch ein Termin steht aus Anlass der 20. Wiederkehr der Maueröffnung in der Bahnhofstraße13 auf dem Programm. In Form eines moderierten Dialogs mit der SWR-Redakteurin Ulrike Nowak stellt die Veranstaltungsreihe am Montag, 30. November, 18 Uhr, Wolfhard Pencz vor. Der Klarinettist und Musikprofessor aus Baden-Baden hat sich bewusst für eine Zäsur entscheiden, als er 1984 illegal aus der DDR verschwand, und berichtet von seinen Beweggründen und Erfahrungen.
Wenn die Biografie Risse bekommt, neue Orientierung finden und wieder positiv und hoffnungsvoll werden: darum geht es in den Gesprächen nach Talkshow-Muster im Heinrich-Fries-Haus, die schon mit dem Politiker Ulrich Maurer und dem Tennis-Turnierdirektor Uli Eimüllner geführt wurden.
Erfolgreich waren im Vorfeld die Schüler der Grafik-Design-Ausbildung des Kolping-Bildungszentrums, die sich aus gestalterischer Perspektive mit der Reihe beschäftigten. Als gute Nachbarn kooperieren die Bildungseinrichtungen in der Heilbronner Bahnhofstraße in verschiedenen Projekten. In einem kleinen Wettbewerb gewann Judith Weiner den ersten Preis und 150 Euro mit einem nüchternen Entwurf, der in Typografie und Form das Thema „Bruchstellen“ umsetzt. Zweite wurde Maja Krück und Dritte Nathalie Bodemer. Mit gerade 20 Jahren hat Preisträgerin Weiner Bewunderung für die Gäste, die sich mit ihren persönlichen Erfahrungen der Öffentlichkeit stellen: „Ich finde das mutig, sich auf diese Weise zu öffnen“, sagt sie.
Trotz kontroverser Diskussionen bei den vergangenen Gesprächen steht Norbert Hackmann, Leiter der KEB, zu der Idee, die Siegerkultur unserer Zeit zu hinterfragen. Anecken gehört für ihn zur Bildungsarbeit: „Wir greifen Themen auf, die gesellschaftlich und auch politisch bewegen" , sagt er.

- Stehempfang beim Villa-Nestle-Nachbarn im Heinrich-Fries-Haus.

- Natalie Bodemer (rechts) ist eine der Preisträgerinnen.

- KEB-Geschäftsführer Norbert Hackmann gratuliert Maya Krück.

- Mitschüler der Gewinnerinnen waren zur Preisverleihung eingeladen.


