Methode Kolping - Fernlehrgänge mit integrierten Workshops

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Das Kolping-Bildungswerk (KBW) Württemberg e. V. eröffnet ein neues Geschäftsfeld. Mit der Methode Kolping startet der regionale Bildungsanbieter in Zusammenarbeit mit den KBW Paderborn, Hettstedt und Mainfranken ein bundesweites Programm an Fernlehrgängen mit integrierten Workshops. Möglich wird dieses neue Konzept durch die deutschlandweite Präsenz der Kolping-Bildungswerke. „Damit haben wir ein so dichtes Netz an Präsenzzentren wie kein anderer Bildungsanbieter“, freut sich Dr. Carsten Breyde, Vorstand KBW Württemberg. „Wir nutzen unsere dezentralen Kompetenzen für ein teilnehmerfreundliches Angebot.“ 

Als Pilotprojekt werden ab April zunächst fünf Kurse angeboten: Controlling, Kaufmännisches Grundwissen, Social Management, Ernährungsberater/-in und Praktische Altenbetreuung. „Neben dem beruflichen Weiterkommen steht bei unseren Teilnehmern immer mehr der persönliche Nutzen im Vordergrund“, erläutert Breyde die Auswahl der Themen. Viele Fernlehrgangsteilnehmer/-innen strebten nicht die direkte Verwertung am Arbeitsplatz an, sondern wollten mit „gefühltem Wissen“ in Alltagssituationen besser bestehen. Der Lehrbrief Praktische Altenbetreuung beispielsweise eigne sich sehr gut für Menschen, die im familiären Umfeld einen Pflegefall haben oder ihn in absehbarer Zeit bekommen werden.  

Das wesentliche Charakteristikum der Methode Kolping ist der persönliche Bezug zu den Teilnehmern. Lehrbrief, Workshop und Online-Forum bilden eine Einheit. „Die Methode Kolping funktioniert über menschliche Nähe“, bringt es Projektleiterin Kathrin Braun auf den Punkt. Die Workshops sind schon im Konzept integriert und brauchen nicht extra gebucht zu werden. Die Zusammenkünfte dienen der Motivation der Teilnehmer und initiieren deren gegenseitige Unterstützung. Im Workshop werden auch inhaltliche Unklarheiten beseitigt und gezielte Fragen der Teilnehmer beantwortet. Das Lernen in einer Gruppe schafft Gemeinschaft und Sicherheit. „Die Lernqualität verbessert sich, und die Abbrecherquote wird kleiner“, davon ist Braun überzeugt. Zudem sind die Kurse nicht zu lang. Mit maximal 14 Monaten Dauer legt man sich auf einen überschaubaren Zeitrahmen fest.

Die Lehrgänge beginnen mit einer Kick-off-Veranstaltung im jeweiligen Bildungszentrum. Bei diesem ersten Workshop lernen sich die Teilnehmer/-innen kennen und erhalten die ersten Lehrbriefe sowie Hinweise zum Fernlernen: Es bildet sich die Lerngruppe. Die Gestaltung der Workshops liegt bei den Zentren, so dass  sich jeder Workshop ganz individuell an den Anliegen der Teilnehmer orientieren wird. Im Forum des Online-Campus (Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.methode-kolping.de/) kann man sich fachbezogen auch mit Teilnehmern desselben Kurses an einem anderen Standort austauschen, z.B. kann ein Riedlinger Kursmitglied auch in Hettstedt oder Schweinfurt nachfragen, sofern dort derselbe Kurs angeboten wird.  

Gedacht sind die Fernlehrgänge der Methode Kolping vor allem für den ländlichen und kleinstädtischen Raum, wo Weiterbildungswillige weite Anfahrtswege haben und nach flexiblen Lernmöglichkeiten suchen. In Württemberg bedienen zwei Kolping-Bildungszentren die Fläche: das BZ Crailsheim liegt im westlichen Franken und das BZ Riedlingen im Südbereich Oberschwaben. Beide Standorte haben über den Fernlehrgang „Praktische/r Betriebswirt/-in KA“ fundierte Erfahrung in der Fernkursbetreuung. Eugen Ruess, Leiter des Kolping-Bildungszentrums Riedlingen,  rechnet mit besonderem Interesse für den Fernlehrgang Controlling: „Kaufmännische Inhalte sind bei uns sehr gefragt.“ Der Standort Riedlingen führe bereits seit 20 Jahren ununterbrochen Fernkurse durch und kenne sich mit deren Organisation bestens aus. „Wir genießen bereits eine anerkannte Akzeptanz und eine gewisse regionale Bekanntheit in der näheren und weiteren Umgebung.“ Aber auch für die übrigen Kurse erwartet Ruess Bedarf und Nachfrage. Seine Kollegin Gerlinde Frey erhofft sich für das Kolping-Bildungszentrum Crailsheim verstärkte Resonanz von Frauen: „Praktische Altenbetreuung und Ernährungsberatung sind Themen für Berufsrückkehrerinnen, zur Berufsumorientierung und für Frauen mit Mut zur Selbstständigkeit.“ 

Die Fernlehrgänge der Methode Kolping sind bei der Staaatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln zugelassen. Aus unternehmerischer Sicht ist das neue Profil vielversprechend. „Wir haben ein breiteres Portfolio und erschließen uns eine neue Kundenschicht“, so Breyde. Der KBW-Vorstand sieht darin auch „die Werterhaltung und Wertsteigerung unserer Zentren.“ Breyde ist zuversichtlich, dass die Fernlehrgänge der Methode Kolping nach der Projektphase weitergeführt und ausgebaut werden können.

Samstag, 31. Juli 2010
Qualitätsgemeinschaft